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Zwei Legenden verabschieden sich: Pablo Quintanilla & Kevin Benavides treten zurück

Diese Woche endet eine Epoche für den Rally‑Raid‑Sport: Pablo Quintanilla und Kevin Benavides, zwei der größten Namen auf zwei Rädern, erklären gemeinsam ihren Rücktritt – jeder aus sehr unterschiedlichen, aber gleichermaßen bedeutsamen Gründen.

Pablo Quintanilla – Die chilenische Konstante verabschiedet sich

Krisenmoment: Bei der Dakar 2025 stürzte Pablo während Etappe 8 schwer, verlor das Bewusstsein, erlitt Prellungen und eine Schulterverletzung – genug Gründe, sich zum Rücktritt zu entschließen.
Bilanz: Zwei FIM‑Weltmeistertitel (2016, 2017); drei Dakar‑Podien (P2 2020 & 2022); über 15 Jahre im Profisport, zuletzt Schlüsselmann im Honda‑Werksteam.
Zitat zum Abschied:
„Today was a very important day for me. I have announced my retirement… I had the opportunity to win two world championships and stand on the Dakar podium three times… The last few years … were a pleasure as part of the Monster Energy Honda HRC team.“
Fazit: Quintanilla beendet seine Motorradkarriere mit Würde – jung genug, um evtl. später im Auto Fuß zu fassen.

Kevin Benavides – Der Zweifach‑Champion zieht die Konsequenzen

Rücktrittsgrund: Eine schwere Armverletzung beim Training 2024, begleitet von Nervenschäden, führte dazu, dass Kevin seinen rechten Arm nicht mehr mit voller Kontrolle bewegen konnte. Daraufhin zieht er sich vom Profi‑Motorradsport zurück.
Erfolge: Zweifacher Dakar‑Champion (Honda 2021, KTM 2023); seit 2021 Teil des Red Bull KTM‑Werksprogramms; 2025 nochmal am Start – vorerst sein letztes Rennen.
Zitat zur Entscheidung:
„Today is not an easy day, but it’s definitely a special one… I’ve made one of the hardest decisions of my life: to bring my professional motorcycle racing career to an end.“
Zukunft: Kevin plant, als Fahrer von vierrädrigen Fahrzeugen beim Dakar‑Rally zurückzukehren.

🔍 Bedeutung für Honda, KTM & den Sport

Honda HRC verliert mit Quintanilla nicht nur einen Speed‑Piloten, sondern einen erfahrenen Leader. Die Suche nach Nachfolge (Michael Docherty, Konrad Dąbrowski, Mathieu Dovèze) bleibt aktuell.
Red Bull KTM muss mit Kevin eine weitere Schlüsselkraft ersetzen. Zwar steht mit Luciano Benavides (Bruder) bereits ein Top-Performer im Team, doch Kevin’s Erfahrung fällt schwer ins Gewicht.
Im Gesamtbild des FIM Rally‑GP verlieren wir zwei Fahrer, die zusammen jahrelang die Top 5 dominiert haben. Ihr Rückzug schafft neue Chancen im Feld – Raum für eine neue Fahrergeneration.

📌 Rückblick & Perspektive – Das Rally‑Update

FahrerRücktrittHöhepunkteZukunft
Pablo QuintanillaNach Dakar 20252x FIM‑Titel, 3 Dakar‑PodienMöglicher Umstieg ins Auto
Kevin BenavidesJuni 20252x Dakar‑ChampionWechsel in Auto‑Rallye geplant

🏍️ Wer übernimmt die offenen Plätze bei Honda – und was passiert bei KTM?

Der Rücktritt von Pablo Quintanilla reißt eine Lücke ins Line-up von Honda HRC. Mit Skyler Howes und Tosha Schareina sind zwei Plätze besetzt – doch mit dem Wechsel von José Ignacio Cornejo zu Hero Motosports und Quintanillas Abschied ist Platz für frischen Wind.

Michael Docherty: explosiv schnell, Rally2-Etappensieger, technisch stark. Ein Werksvertrag bei Honda wäre für ihn ein Aufstieg – und für Honda die Chance, einen Publikumsliebling zu formen.

Konrad Dąbrowski: ein taktisch kluger Fahrer mit Konstanz. Für Honda ein Aufbaufahrer mit Perspektive.

Mathieu Dovèze: brillierte bei der Dakar 2024. Für Honda ein Außenseiter mit Potenzial.
Mason Klein: aktuell bei Kove. Ein Wechsel zu Honda wäre frühestens 2026/27 realistisch.

KTM steht finanziell unter Druck – hochbezahlte Verträge laufen aus. Das verschiebt den Fahrermarkt und öffnet Möglichkeiten für Honda, sich als stabile Plattform für junge Talente zu positionieren.

🚗 Und wie geht’s weiter mit Quintanilla & Benavides?

Beide Fahrer haben offen gelassen, ob ihre Motorsportkarriere wirklich zu Ende ist – auf zwei Rädern vielleicht, aber nicht insgesamt.
Kevin Benavides plant, künftig in der Auto-Kategorie bei der Dakar zu starten.
Auch Pablo Quintanilla könnte ins Cockpit wechseln – etwa in einem SSV oder Rallye-Raid-Fahrzeug.


Fazit: Wir könnten ein Revival erleben – nicht auf dem Motorrad, sondern mit Vierradantrieb. Und wenn jemand weiß, wie man durch die Wüste kommt, dann diese beiden.

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