Last updated on 23. September 2026
Vier Punkte fehlen Toni Mulec zur Spitze. Zwischen zwei Honda-HRC-Fahrern hält der slowenische Privatier den Kampf um den Rally2-Titel offen. Vor der Rallye du Maroc führt Martim Ventura mit 69 Punkten, Mulec folgt mit 65, Preston Campbell mit 52. Damit ist der Dakar-Klassensieger einer der spannendsten Herausforderer des Werksteams. Quelle: offizielle W2RC-Rally2-Wertung.
Stand: 23. September 2026, nach drei Läufen. Oft ist von der „Rally2-WM“ die Rede. Formal geht es um den FIM Rally-Raid World Cup der Klasse Rally2 im Umfeld der W2RC – eine eigene Wertung neben der RallyGP-Weltmeisterschaft.
Der Titelkampf in Zahlen
| Fahrer | Team | Dakar | Portugal | Ruta 40 | Gesamt |
|---|---|---|---|---|---|
| Martim Ventura | Monster Energy Honda HRC | 24 | 20 | 25 | 69 |
| Toni Mulec | BAS World KTM Team | 38 | 11 | 16 | 65 |
| Preston Campbell | Monster Energy Honda HRC | 30 | 9 | 13 | 52 |
Die Zahlen zeigen Meisterschaftspunkte, keine Etappenplatzierungen. Mulec liegt vier Punkte hinter Ventura und 13 vor Campbell. Quelle: W2RC, Rally2-Gesamtwertung 2026.

Dakar-Sieger statt bloßer Außenseiter
Mulec hat Honda bereits auf der größten Bühne geschlagen: Bei der Dakar 2026 gewann er Rally2 mit 4 Minuten und 37 Sekunden Vorsprung auf Campbell. Ventura wurde Dritter. Das macht den Slowenen zu einem Titelanwärter mit belastbarem Leistungsnachweis. Quelle: Hondas Dakar-Abschlussbericht.
Sein Weg dorthin verlief Schritt für Schritt. Der 1985 geborene Fahrer aus Slovenj Gradec kam über Motocross, Cross Country und Hard Enduro zum Rallysport. Sein offizielles Profil nennt unter anderem vier slowenische Cross-Country-Meistertitel. Bei der Dakar verbesserte er sich von Gesamtrang 24 im Jahr 2023 über Platz 15 im Jahr 2024 und Platz 13 im Jahr 2025 auf Gesamtrang neun und den Rally2-Sieg 2026. Quellen: Dakar-Fahrerprofil und Mulecs eigene Vita.
Privatier heißt nicht ohne professionelle Unterstützung
Mulec startet für BAS World KTM. Sein Dakar-Profil führt das Team sowohl für die Vorbereitung als auch für die Assistenz auf. Zugleich beschreibt er dort die Arbeit, Sponsoren zu gewinnen und parallel zu trainieren, als wesentlichen Teil seines Programms. Er ist kein KTM-Werksfahrer – aber ebenso wenig ein Einzelkämpfer ohne Mechaniker. Quelle: Dakar-Profil und Fahrerinterview.
Genau darin liegt der Reiz dieser Geschichte: Ein privat organisiertes Projekt mit erfahrenem Rennteam bleibt gegen ein Herstellerprogramm konkurrenzfähig. Wie groß die Budgetunterschiede tatsächlich sind, lässt sich aus den öffentlich verfügbaren Angaben nicht beziffern.
Seine Maschine: KTM 450 Rally Factory Replica
Hinter der Startnummer 16 steckt eine KTM 450 Rally Factory Replica. Das Dakar-Profil nennt einen 449-cm³-Einzylinder und 34 Liter Tankvolumen. Es handelt sich damit um ein spezialisiertes Rally-Motorrad. Der Modellzusatz „Factory Replica“ beschreibt die Maschine; er macht ihren Fahrer nicht zum Mitglied des Werksteams. Quelle: offizielles Fahrzeugprofil.
Hondas Rally2-Programm setzt auf die CRF450RX RALLY. HRC nennt dafür einen 449,7-cm³-Einzylinder, einen Aluminiumrahmen auf Basis der CRF450R und insgesamt 36 Liter Tankvolumen. Beide Seiten fahren also ernsthafte Wettbewerbsmaschinen. Aus Hubraum oder Tankgröße allein lässt sich kein sportlicher Vorteil ableiten. Quelle: HRC-Maschinenprofil.
Honda hat aufgeholt – Mulec bleibt dran
Beim Desafío Ruta 40 gewann Ventura vor seinem Honda-Teamkollegen Bruno Crivilin. Mulec erreichte als bester Privatier Rang drei und verlor die Tabellenführung an Ventura. Der Rückstand blieb jedoch bei vier Punkten. Argentinien zeigte damit beides: Hondas Stärke im Rally2-Feld und Mulecs Fähigkeit, auch hinter einem Honda-Doppelsieg wichtige Punkte mitzunehmen. Quelle: offizieller W2RC-Abschlussbericht zur Ruta 40.

Marokko wird zur nächsten Bewährungsprobe
Die Rallye OLA Energy du Maroc ist vom 28. September bis 3. Oktober 2026 als vierter Saisonlauf zwischen Agadir und Zagora angekündigt. Honda tritt in Rally2 mit Ventura und Campbell an. Für Mulec geht es darum, den kleinen Rückstand anzugreifen und zugleich im Titelrennen zu bleiben. Quelle: W2RC-Vorschau auf Marokko.
Unsere Einordnung: Mulecs bisherige Saison ist ein starkes Beispiel dafür, was ein gut vorbereitetes Privatprojekt erreichen kann. Der Dakar-Sieg gibt seiner Herausforderung Gewicht. Ob daraus der Saisontitel wird, ist offen – vier Punkte Rückstand machen den nächsten Lauf jedenfalls besonders sehenswert.
Bildhinweis: KI-gestützte redaktionelle Collagen auf Basis von Toni Mulecs offiziellem Dakar-Porträt und Fotos seiner Website. Die Motive kombinieren Fahrer und Motorrad in einer gestalteten Wüstenszene; sie dokumentieren keinen einzelnen Rennmoment.

