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Rally du Maroc – Resume

Ein neuer RallyGP-Sieger, ein souveräner Rally2-Erfolg und ein Motorradchampion, der im SSV jubelt: Die Rallye du Maroc 2026 lieferte weit mehr als eine Generalprobe für die Dakar. Nach dem Finale am 3. Oktober in Zagora stehen Edgar Canet, Martim Ventura und Matthias Walkner im Mittelpunkt. Doch auch die kleineren Klassen, das ZXMOTO-Debüt und die Geschichten der Privatfahrer verdienen ihren Platz.

Redaktionsstand: 4. Oktober 2026. Zeitangaben nach den veröffentlichten Ergebnislisten nach Etappe 5, dort teilweise noch als vorläufig bezeichnet. Klassenplatzierungen und klassenübergreifende Ergebnisse werden getrennt ausgewiesen.

RallyGP: Canet setzt sich durch, Sanders bleibt WM-Spitzenreiter

Mit 21 Jahren feiert Edgar Canet seinen ersten RallyGP-Sieg. Der KTM-Fahrer blieb auf jeder der fünf Etappen unter den ersten vier und gewann mit 1:02 Minuten Vorsprung auf Daniel Sanders. Ricky Brabec holte für Honda den letzten Tagessieg und Rang drei, Luciano Benavides wurde Vierter. Canets Erfolg ist damit auch ein Beleg dafür, wie viel Konstanz in einer Rallye voller Navigationsaufgaben zählt.

RallyGP – die ersten fünf nach Etappe 5
Platz Fahrer Marke Zeit / Rückstand
1 Edgar Canet KTM 15:41:55
2 Daniel Sanders KTM +1:02
3 Ricky Brabec Honda +3:32
4 Luciano Benavides KTM +7:52
5 Adrien Van Beveren Honda +23:08

Sanders reist dennoch als WM-Führender ab: Er steht bei 87 Punkten, Benavides und Tosha Schareina folgen mit jeweils 74. Brabec hat 70, Canet 58 Punkte. KTM gewann damit alle bisherigen WM-Läufe 2026 – mit drei unterschiedlichen Fahrern. Quelle: KTM-Abschlussbericht.

Canet und das KTM-Team nach dem Erfolg in Marokko. Foto: © Matteo Gebbia / Edophoto, via KTM-Pressebereich.

Rally2: Ventura gewinnt deutlich – Campbell und Crivilin überzeugen

Martim Ventura setzte sich mit vier Etappensiegen durch und ließ Michael Docherty um 30:45 Minuten hinter sich. Preston Campbell komplettierte das Podium; Neels Theric wurde Vierter, Toni Mulec Fünfter. Ventura vergrößerte seinen Vorsprung in der Rally2-Weltcupwertung auf 18 Punkte.

Rally2 – die ersten drei nach Etappe 5
Platz Fahrer Zeit / Rückstand
1 Martim Ventura 15:57:04
2 Michael Docherty +30:45
3 Preston Campbell +38:39

Besonders bemerkenswert ist Bruno Crivilins sechster Klassenrang: Der Brasilianer gewann den Rally2-Prolog und erreichte bei seiner ersten Rallye du Maroc und erst zweiten Rallye überhaupt das Ziel. Hinter dem Ergebnis steckt eine intensive Lernwoche mit Hitze, Dünen und anspruchsvoller Navigation. Quelle: Honda HRC.

Ventura auf der Schlussetappe: vier Tagessiege und der Rally2-Gesamterfolg. Pressefoto: Honda Racing Corporation; Fotograf in der Galerie nicht benannt.

Rally3 und Quads: Rallyesieg, Titelpremiere und eine perfekte Woche

In Rally3 gewann Albert Martín für Triumph Spain. Den größeren historischen Moment erlebte Murun Purevdorj: Der Fahrer von Xraids Experience sicherte sich den Meisterschaftstitel und ist damit der erste Mongole mit einem Titel im W2RC. Rallyesieger und Titelgewinner sind hier also zwei verschiedene Fahrer.

Bei den Quads triumphierte Antanas Kanopkinas von CFMoto Thunder Racing mit Siegen im Prolog und auf sämtlichen Etappen. Quelle: offizieller W2RC-Abschlussbericht.

ZXMOTO: Howes erreicht das Ziel, Ebster fällt spät aus

Das neue ZXMOTO Joyride Factory Rally Team bestritt in Marokko sein Debüt. Die Marke hatte bereits vor dem Start betont, dass die 450 Rally noch ein Entwicklungsprojekt ist. Neben Tempo sollten Zuverlässigkeit, Reichweite und die Rückmeldungen der Fahrer überprüft werden. Quelle: W2RC-Teamvorstellung.

  • Skyler Howes: Platz 9 in RallyGP mit 2:05:34 Stunden Rückstand auf Canet; im klassenübergreifenden Motorradklassement Platz 22.
  • Tobias Ebster: Der Rally2-Fahrer schied auf der Schlussetappe bei Kilometer 149 mit einem nicht vor Ort lösbaren technischen Problem aus. Ein reguläres Finisher-Ergebnis lässt sich daraus nicht angeben.

Die Platzierung von Howes ist durch die RallyGP-Ergebnisliste von Honda belegt; Gesamtplatz und Ebsters Ausfall nennt RallyTracks.

Schon die erste Etappe lieferte eine Geschichte abseits der Rangliste: Laut 131 Off-Road ging Howes nach einem Missverständnis beim Tanken kurz vor dem Ziel der Kraftstoff aus. Ebster half mit Benzin, Mathieu Dovèze unterstützte beim Abschleppen zur Tankstelle. Das zeigt, welche Bedeutung Organisation und gegenseitige Hilfe neben der reinen Geschwindigkeit haben. Quelle: 131 Off-Road.

Howes mit der ZXMOTO 450 Rally. Aufnahme aus der Teamvorstellung vom September 2026, keine Rennaufnahme aus Marokko. Foto: © rocketsvisuals_, via W2RC.

SSV: Walkner und Mena gewinnen trotz Hitzestress

Matthias Walkner und Oriol Mena gewannen für South Racing im Can-Am die SSV-Klasse. Hinter ihnen beendeten Jeremías González Ferioli und Gonzalo Rinaldi die Rallye als Zweite. Für Walkner verbindet dieser Erfolg seine Motorradvergangenheit mit dem neuen Kapitel auf vier Rädern.

Der letzte Tag war keineswegs eine entspannte Zieldurchfahrt. Während die argentinischen Konkurrenten technische Probleme bekamen, mussten Walkner und Mena wegen eines überhitzenden Buggys anhalten. Staub hinter langsameren Autos hatte die Situation verschärft. Sie brachten den Wagen dennoch ins Ziel und gewannen auch die Schlussetappe. Quelle: Salzburg24 mit Walkners Schilderung; Klassenresultat: W2RC.

Oriol Mena (links) und Matthias Walkner nach dem SSV-Erfolg. Foto: © Kin Marcin / Red Bull Content Pool, via Salzburg24.

Ultimate, Challenger, Stock und Trucks

  • Ultimate: Seth Quintero führte einen Toyota-Dreifacherfolg vor João Ferreira (+4:23 Minuten) und Henk Lategan (+4:42) an und übernahm die WM-Führung.
  • Challenger: Alexandre Pinto gewann für Old Friends Rally und rückte nach Puck Klaassens Ausfall an die Spitze der Meisterschaft.
  • Stock: Stéphane Peterhansel siegte im Defender. Yasir Seaidan brachte Team Land Cruiser Toyota Auto Body erstmals auf ein Stock-Podium; Rokas Baciuška blieb Meisterschaftsführer.
  • Trucks: Mitchel van den Brink gewann mit Bart van Heun und Jarno van de Pol für Team de Rooy vor Martin Macík.

Quellen: W2RC und RallyTracks. In der zusätzlichen Masters-Wertung stand Marek Goczał als erster W2RC-Titelgewinner fest.

Was neben den Podiumsplätzen hängen bleibt

Malle Moto: Javi Vega gewann auf Kove die erstmals ausgetragene Wertung für Motorradfahrer ohne Assistenz. Er war an jedem Renntag der Beste dieser Gruppe. Gerade diese Fahrer verbinden Navigation und Renntempo mit der eigenen Arbeit am Motorrad.

Hilfe im Finale: Sébastien Loeb blieb rund 700 Meter vor dem Ziel mit einem technischen Problem stehen. Martin Macíks Truck schleppte ihn ins Ziel – ein prägnantes Bild für die gegenseitige Hilfe im Rally-Raid. Quelle für beide Geschichten: RallyTracks.

Eine persönliche Etappe für Noa Sainct: Der Rally2-Fahrer bestritt den ersten langen Renntag am 22. Todestag seines Vaters Richard, des dreifachen Dakar-Siegers. Für Noa gehörte Marokko zur Vorbereitung auf sein geplantes Dakar-Debüt 2027. Quelle: 131 Off-Road.

Sicherheit auf Etappe 3: Zur Bilanz gehört auch die Neutralisierung nach mehreren Zwischenfällen. 131 Off-Road berichtet von stark beanspruchten Rettungskräften und dem Abbruch der weiteren Wertung jeweils am nächsten Kontrollpunkt. Eine offizielle, vollständige Zuordnung einzelner Luftrettungseinsätze zu bestimmten Fahrern ist damit nicht belegt. Aus dieser Meldung lässt sich insbesondere nicht ableiten, dass jeder genannte Unfall einen Helikoptereinsatz ausgelöst hat. Quelle: 131 Off-Road, Etappe 3.

Classic und Open: neue Geschichten, noch offene Endstände

Mit der Rallye du Maroc Classic kam 2026 eine neue Gleichmäßigkeitsveranstaltung hinzu; daneben gab es Open-Wertungen. Ein bemerkenswerter Wechsel: Ali Oubassidi trat nach seinen früheren Open-SSV-Erfolgen im Toyota Land Cruiser in Classic an und gewann dort die zweite Etappe. Quelle zur Classic-Premiere: Veranstalter; Quelle zu Oubassidi: 131 Off-Road.

Ergebnisstand: Für Classic einschließlich der Untergruppen sowie Open Auto und Open SSV ließ sich zum Redaktionsschluss kein verlässlich bestätigtes vollständiges Endklassement auswerten. Deshalb werden hier keine Zwischenführenden als Gesamtsieger genannt.

Nach Marokko bleibt die Saison offen

Die nächste und letzte W2RC-Runde ist die Abu Dhabi Desert Challenge vom 22. bis 27. November. Quelle: W2RC. Marokko liefert dafür unterschiedliche Ausgangslagen: Canet reist mit seinem Durchbruch ab, Ventura mit einem deutlichen Klassensieg, ZXMOTO mit Entwicklungsarbeit. Die Rallye hat zugleich gezeigt, dass ein Ergebnis ohne den Blick auf Navigation, Technik und gegenseitige Hilfe nur einen Teil der Geschichte erzählt.

Bildnachweise

  1. Canet und KTM-Team: © Matteo Gebbia / Edophoto. KTM-Pressebericht, 3. Oktober 2026.
  2. Ventura, Etappe 5: Pressebild aus der Galerie von Honda Racing Corporation, 3. Oktober 2026. Dort für redaktionelle Nutzung angeboten; Fotograf nicht benannt.
  3. Howes mit ZXMOTO: © rocketsvisuals_. W2RC-Teamvorstellung, 21. September 2026.
  4. Walkner und Mena: © Kin Marcin / Red Bull Content Pool. Bildquelle: Salzburg24, 3. Oktober 2026.

Die vier Artikelfotos sind unveränderte Originalaufnahmen und per externer Bild-URL eingebunden. Die separat bereitgestellten Banner sind KI-gestaltete redaktionelle Collagen auf Grundlage der Canet- und Walkner/Mena-Fotos; keine zusätzlichen dokumentarischen Rennaufnahmen. Bildgrundlagen wie oben, Logos: Rallye du Maroc und W2RC.

Published inNewsRally