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Newsflash: Dakar 2027 verlässt Saudi-Arabien, Start in Europa

Serie: Dakar 2027

Die Rallye Dakar 2027 findet nicht in Saudi-Arabien statt. Der Veranstalter Amaury Sport Organisation (ASO) hat Teams am Montag, 19. Oktober 2026, über eine Verlegung nach Europa und Afrika informiert. Das Schweizer Assistenzteam TimeOut Racing schreibt, ASO habe es an diesem Morgen telefonisch direkt informiert, Grund sei die Sicherheitslage (TimeOut Racing, 19.10.2026). Eine offizielle Pressemitteilung von ASO gibt es noch nicht. Auf der Nachrichtenseite von dakar.com war am 20. Oktober 2026 keine Mitteilung zur Verlegung zu finden. Welche Länder die Rallye befährt, ist offiziell noch nicht bestätigt.

Was ASO den Teams mitgeteilt hat

Nach den Angaben von TimeOut Racing, die sich auf das Telefonat mit ASO und auf spätere Medienberichte stützen, sieht der neue Plan so aus:

  • Prolog am Samstag, 9. Januar 2027, in Europa. Der Prolog ist eine kurze Wertungsprüfung vor der ersten Etappe, die vor allem die Startreihenfolge festlegt.
  • Danach geht es per Fähre nach Afrika, die erste Etappe folgt am Sonntag, 10. Januar 2027.
  • Zieleinlauf am Freitag, 22. Januar 2027.
  • Prolog plus 12 Etappen mit mehr als 4.000 Kilometern Wertungsprüfungen.
  • Das Format gilt für die Rallye Dakar und für die Dakar Classic.
  • Nennschluss ist Montag, 16. November 2026. Für Zahlungen und Verwaltungsformalitäten gibt es zusätzliche Zeit.
  • Die administrativen und technischen Abnahmen in Santa Susanna und Barcelona finden nicht wie ursprünglich geplant statt. Wie und wo stattdessen, will ASO in einem zweiten Newsletter mitteilen.

Ursprünglich war die Dakar vom 1. bis 15. Januar 2027 in Saudi-Arabien geplant. Länder, Start- und Zielort warten laut TimeOut Racing noch auf die Zustimmung der betroffenen Regierungen. Die neue Route will ASO demnach am Montag, 26., oder Dienstag, 27. Oktober 2026, vorstellen.

Auch Bart van der Velden von BAS Dakar, einem niederländischen Team, das Motorradfahrer betreut, bestätigte gegenüber Omroep Brabant, die Teams seien telefonisch informiert worden: „Es ist noch nichts offiziell bekanntgegeben, aber wir sind informiert worden“ (übersetzt aus dem Niederländischen). Er nannte 12 Etappen und 4.300 Wertungskilometer und erwartet einen Start in Spanien oder Portugal mit anschließender Überfahrt nach Marokko. Ob die Rallye über Marokko hinaus weiter durch Afrika führt, sei unklar.

Marokko als Hauptschauplatz, laut Medienberichten

Mehrere spanischsprachige Medien nennen Marokko als Hauptland der Ausgabe 2027. Laut MARCA hat die Organisation den Teams am 19. Oktober Termine und Etappenzahl mitgeteilt, mit einem Ruhetag am Samstag, 16. Januar. Die katalanische Zeitung ARA schreibt, die Route in Marokko stehe bereits fest. Infobae berichtet von 12 Etappen in der Wüste um Merzouga und vier Biwaks, also Fahrerlagern. Auch Mundo Deportivo nennt Merzouga. ASO selbst hat die Länder nach Angaben von TimeOut Racing noch nicht bestätigt.

Rallye-Motorradfahrer auf rotem Honda-Motorrad in einer Sanddüne vor einem steinigen Berg, hinter ihm eine Sandwolke
Motorradfahrer bei der Rallye du Maroc 2026, laut Dateiname der Quelle Ricky Brabec auf Etappe 3. Marokko gilt als Hauptschauplatz der Dakar 2027, offiziell bestätigt ist das noch nicht. Foto: Fotograf nicht genannt, via Moto1Pro

Startort in Spanien oder Portugal noch offen

Wo die Rallye in Europa beginnt, ist nicht entschieden. Laut MARCA möchte ASO die Abnahmen, den Prolog und wahrscheinlich den ersten Wettbewerbstag in einer europäischen Stadt austragen, Spanien und Portugal seien Kandidaten. ARA schreibt ebenfalls, offen sei nur noch, ob die erste Etappe in Spanien oder Portugal stattfinde. Mundo Deportivo berichtet unter Berufung auf gut informierte Quellen von zwei Etappen in Portugal und/oder Spanien, betont aber, es sei nichts offiziell und keine Stadt festgelegt.

Bei den Städten gehen die Berichte auseinander. Infobae nennt Barcelona, Sevilla, Valencia und Lissabon, ASO verhandle den Start mit dem besten Bieter. Somos Dakar bringt Madrid ins Spiel, kennzeichnet die Angaben aber ausdrücklich als inoffiziell. Laut Diariomotor könnte die Wahl von institutioneller Unterstützung und Sponsoren abhängen.

Widersprüche bei Kilometern, Marathon und Terminen

Die Berichte stimmen in den Eckdaten 9. bis 22. Januar und 12 Etappen weitgehend überein. Im Detail gibt es Abweichungen:

  • Distanz: TimeOut Racing nennt mit Verweis auf ASO mehr als 4.000 Kilometer Wertungsprüfungen. MARCA, Omroep Brabant und Somos Dakar sprechen von 4.300 Kilometern Wertungsprüfungen. ARA und Mundo Deportivo nennen rund 4.900 Kilometer Gesamtstrecke, Infobae rund 4.500 Kilometer. Ob die 4.900 Kilometer die Verbindungsetappen einschließen, geht aus den Berichten nicht eindeutig hervor.
  • Marathon-Etappe: Laut MARCA und einer von Somos Dakar zitierten Teamquelle gibt es keine klassische Marathon-Etappe, aber eine Etappe im Format „Refugio“. Das bedeutet laut MARCA: keine mechanische Assistenz zwischen zwei Tagen, die Fahrer übernachten in einem einfachen Camp in der Wüste. ARA und Mundo Deportivo sprechen dagegen von einer Marathon-Etappe. Ob damit dasselbe Format gemeint ist, bleibt offen.
  • Abnahmen und Start: Mundo Deportivo nennt Abnahmen vom 6. bis 8. Januar in Europa. Somos Dakar berichtet von Abnahmen ab dem 6. Januar und einem Biwak, das am 5. Januar öffnet. Infobae nennt den 5. Januar für die Abnahmen und einen Rennzeitraum vom 8. bis 22. Januar. Laut TimeOut Racing hat ASO selbst den 9. Januar als Prologtag genannt.

Streitpunkt Markenname

Der Name „Dakar“ war bis zuletzt ein Thema. Infobae schreibt, der Kernpunkt der Verhandlungen sei gewesen, dass die saudische Seite die Nutzung der Marke „Dakar“ für eine Austragung in einem anderen Land zunächst nicht erlauben wollte. Dakar-Direktor David Castera habe die Erlaubnis schließlich erhalten, verbunden mit der Zusage, 2028 für die 50. Ausgabe nach Saudi-Arabien zurückzukehren. Der Vertrag laufe bis 2030. Eine Bestätigung von ASO oder der saudischen Seite für diese Darstellung liegt nicht vor.

Ein früherer Stand findet sich bei Moto1Pro, ebenfalls vom 19. Oktober: Unter Berufung auf vom Sender RTVE zitierte Quellen war dort von einer Marokko-Variante mit nur acht Etappen und einem möglichen Ersatznamen wie „Dakar Series“ die Rede. MARCA und ARA berichten inzwischen übereinstimmend, die Rallye werde offiziell Dakar 2027 heißen, und das Format mit 12 Etappen bleibe erhalten. Laut MARCA ersetzt das einen ersten ASO-Plan mit nur acht Wettbewerbstagen.

Auslöser: Angriffe in Saudi-Arabien

Infobae zufolge erhöhten Angriffe am Samstag, 10. Oktober 2026, auf die Flughäfen von Riad und Abha die Alarmstufe. In der Woche zuvor habe ASO die Teams wissen lassen, die Lage genau zu beobachten. Laut Infobae gab es danach Gerüchte, Werksteams bei Autos und Motorrädern würden nicht anreisen, und auch Privatteams hätten ihre Teilnahme in Frage gestellt. Somos Dakar schreibt, ASO habe den Fahrern in der Woche vor dem 19. Oktober noch mitgeteilt, man suche zusammen mit den saudischen Organisatoren nach sichereren Alternativen innerhalb des Landes.

Kommt Afrika wie geplant, wäre es die erste Dakar auf dem Kontinent seit der Ausgabe 2007. 2008 wurde die Rallye nach Terrordrohungen abgesagt, von 2009 an fuhr sie in Südamerika und seit 2020 in Saudi-Arabien (Moto1Pro, Infobae).

Silhouette eines Rallye-Motorradfahrers auf einer Düne vor tiefstehender Sonne
Archivaufnahme: Rallye-Motorrad auf einer Düne bei Gegenlicht. Ort und Datum der Aufnahme sind in der Quelle nicht angegeben, das Bild zeigt nicht die Dakar 2027. Foto: A.S.O./Charly Lopez, via MARCA

Reaktionen aus dem Motorradlager

Für Privatfahrer und Amateure ging es vor allem um Planungssicherheit. Der Katalane Josep Pedró, der laut ARA zum zweiten Mal in der Wertung „Original by Motul“ startet, also ohne eigenes Assistenzteam, sagte der Zeitung: „Das Wichtigste für alle Fahrer waren Sicherheit und Gewissheit.“ Die Gewissheit über 12 Etappen, einen Prolog in Europa und fast 5.000 Kilometer beruhige ihn (übersetzt aus der englischen Fassung von ARA).

Bart van der Velden von BAS Dakar war vor allem wichtig, dass es eine vollwertige Dakar bleibt: „Acht Tage in Marokko sind keine Rallye Dakar“, sagte er Omroep Brabant (übersetzt). Der Debütant Lars van Berkel aus Veghel hatte laut dem Sender um seine erste Teilnahme gefürchtet. Jetzt sei er begeistert, „weil es doch ein bisschen mehr wie die alte Dakar zu sein scheint“ (übersetzt).

Laut Infobae werden zur Ausgabe 2027 alle Werksteams erwartet, darunter Luciano Benavides als jüngster Sieger in der Motorradwertung auf KTM. Eine offizielle Starterliste gibt es noch nicht.

Wie es weitergeht

Laut TimeOut Racing will ASO die Route am 26. oder 27. Oktober 2026 vorstellen, MARCA und Somos Dakar erwarten die offizielle Bestätigung Ende dieser oder Anfang nächster Woche. Bis dahin sind Länder, Startort, Distanzen und das genaue Format der Etappe ohne Assistenz nicht offiziell. Nennschluss bleibt nach Angaben von TimeOut Racing der 16. November 2026.

Quellen- und Bildnachweise

Textquellen

  • TimeOut Racing (Sven Syfrig): „Dakar 2027 Moves to Europe and Africa: Dates and Format“, 19.10.2026, timeout-racing.com
  • Omroep Brabant: „Dakar Rally keert terug naar Afrika: Brabantse deelnemers dolblij“, 19.10.2026, omroepbrabant.nl
  • MARCA: „El Dakar 2027 afina su plan: 12 etapas, en Marruecos y con prólogo en Europa“, 19.10.2026, marca.com
  • ARA: „It is now definitive: the Dakar flees from Saudi Arabia and changes dates“, 19.10.2026, en.ara.cat
  • Infobae: „La historia detrás del retorno del Rally Dakar a África luego de 20 años“, 19.10.2026, infobae.com
  • Mundo Deportivo: „Más detalles del Dakar 2027: etapas entre España y Portugal antes de ir a Marruecos“, 19.10.2026, mundodeportivo.com
  • Somos Dakar: „Extraoficial: el Rally Dakar 2027 cambia de fecha y recorrido“, 19.10.2026, somosdakar.com
  • Diariomotor: „El Rally Dakar prepara su regreso a África para salvar una edición 2027 que podría pasar por España“, 19.10.2026, diariomotor.com
  • Moto1Pro: „El Dakar 2027 podría trasladarse a Marruecos con un recorrido de ocho etapas“, 19.10.2026, moto1pro.com
  • Dakar (A.S.O.): Nachrichtenseite, eingesehen am 20.10.2026, dakar.com

Bildnachweise

  • Motorradfahrer bei der Rallye du Maroc 2026 (laut Dateiname Ricky Brabec, Etappe 3); Fotograf nicht genannt; Originalquelle: Moto1Pro, veröffentlicht am 19.10.2026; Lizenzangaben in der Quelle nicht genannt.
  • Archivaufnahme: Rallye-Motorrad auf einer Düne im Gegenlicht; Foto: A.S.O./Charly Lopez; Originalquelle: MARCA, veröffentlicht am 19.10.2026; Aufnahmedatum und -ort nicht angegeben; Lizenzangaben in der Quelle nicht genannt.
Published inAllgemein