Er war 2025/Anfang 2026 Hero-Werksfahrer und bestritt die Dakar 2026 für Hero. Nach seinem Sturz und Kahnbeinbruch wurde sein Vertrag bei Hero aber nicht verlängert; im Mai hieß es, er habe mehrere neue Optionen.
Ja – und inzwischen ist es offiziell bestätigt. Die Meldung kam erst am 12. August 2026, deshalb war die Sache vorher noch nicht eindeutig: Tobias Ebster ist Werksfahrer bei ZXMOTO. Das Werk hat sich mit dem spanischen Joyride Race Service zusammengeschlossen; das Team tritt als ZX Moto Factory Rally Team an.
Das Motorrad: ZXMOTO 450 Rally
Die bisher bekannten Eckdaten sind ziemlich interessant: 449-cm³-Einzylinder, etwa 60 PS und 128 kg. ZXMOTO beschreibt die 450 Rally als kompromisslos für Rally-Raid entwickelt; das Motorrad stammt zudem aus dem Umfeld der Ingenieure, die bereits Erfahrung mit Dakar-Motorrädern haben.
Der Hintergrund macht das Projekt besonders spannend: ZXMOTO-Gründer Zhang Xue war zuvor Mitgründer von Kove und war maßgeblich an deren Dakar-Projekt beteiligt. Er verließ Kove 2024 und gründete anschließend ZXMOTO.

Der Plan mit Ebster
Das Ganze ist kein reiner Privatfahrer-Deal. Joyride betreibt für ZXMOTO das Werksprogramm, und Ebster ist dafür als Topfahrer verpflichtet worden. Tests mit der 450 Rally haben in Spanien bereits stattgefunden.
Der erste richtige Härtetest soll schon bald kommen: Rallye du Maroc vom 28. September bis 3. Oktober 2026. Das ist gleichzeitig der geplante Einstieg des Projekts in die Rally-Raid-WM. Danach lautet das große Ziel Dakar 2027.
Und genau das finde ich bei Ebster interessant: Er soll offenbar nicht einfach nur das Motorrad fahren, sondern dürfte bei der Entwicklung des neuen Werksbikes eine wichtige Rolle spielen.
Gegen KTM 450 Rally Replica/Factory, Honda CRF450 Rally und Hero 450 Rally wird ZXMOTO bei der ersten Dakar natürlich noch Außenseiter sein. Aber 60 PS bei 128 kg liegen von den Grunddaten her durchaus in der richtigen Größenordnung. Der viel größere Unsicherheitsfaktor dürfte die Zuverlässigkeit über zwei Dakar-Wochen sein – Motor, Navigationsturm, Elektrik, Fahrwerk und vor allem die schnelle Ersatzteilversorgung müssen erst unter Rennbedingungen beweisen, dass sie funktionieren.
Für Tobi könnte das trotzdem eine richtig gute Chance sein: Bei KTM wäre er wahrscheinlich einer von mehreren starken Fahrern. Bei ZXMOTO ist er dagegen von Beginn an einer der zentralen Fahrer eines neuen Werksteams.
Ein Interview über diese neue positive Entwicklung hört ihr auf dem Dakar.FM Podcast.

