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Digitale Roadbooks: Johnny Campbell über Rallye-Navigation ohne Papierrolle

Früher wurde das Roadbook am Vorabend mit Textmarkern bearbeitet, heute kommt die Strecke erst kurz vor dem Start aufs Display. So beschreibt Johnny Campbell den Wandel der Navigation im Rallyesport. Der elfmalige Baja-1000-Sieger sprach darüber in Folge 16 des Podcasts „Bore and Stoke“. Motorcycle.com hat am Mittwoch, 7. Oktober 2026, einen Auszug daraus veröffentlicht.

Laut Motorcycle.com entstand das Gespräch in der Wüste, während Campbell und sein Team JCR sich auf die Dakar 2026 vorbereiteten. Ein genaues Aufnahmedatum nennt der Beitrag nicht. Es handelt sich also um ein Hintergrundgespräch und nicht um eine aktuelle Meldung aus dem Rennbetrieb.

Vom Papierscroll zum Bildschirm

Ein Roadbook ist das Navigationsdokument der Rallyefahrer. Es zeigt Abschnitt für Abschnitt Distanzen, Richtungsangaben und Gefahrenstellen. Lange lief es als Papierrolle durch einen elektrisch angetriebenen Halter am Lenker. Campbell erinnert sich an diese Zeit (Zitat übersetzt): „Statt der alten Methode mit einer Papierrolle, die ein Elektromotor weiterdreht, und einem Roadbook, das man mit Stecknadeln markiert und eingefärbt hat, lädt die Organisation es jetzt einfach kurz vor dem Losfahren auf dein Gerät.“

Nach der Darstellung von Motorcycle.com fällt damit viel Vorbereitung weg. Früher hätten Fahrer abends im Wohnmobil die Papierrollen mit Textmarkern bearbeitet, um Abzweigungen und Kompasskurse hervorzuheben. Heute blieben die Streckendetails bis zum Morgen der Abfahrt geheim. Die digitale Route bekämen die Fahrer per Bluetooth am Ausgang des Biwaks, also des Fahrerlagers. Hindernisse oder Orientierungspunkte könnten sie sich so vorher nicht mehr einprägen.

Blick über den Lenker eines Rallye-Motorrads auf ein digitales Roadbook-Display in einer Wüstenlandschaft, links das Logo des Podcasts Bore and Stoke
Titelgrafik zum Beitrag über Campbells Podcastfolge. Sie zeigt ein digitales Roadbook im Cockpit, ist aber nicht als Aufnahme einer bestimmten Rallye belegt. Bild: Motorcycle.com, Fotograf nicht genannt (Originalquelle)

Blendung und Hitze als Problem

Einfach war die Umstellung nicht. Motorcycle.com schreibt, Hersteller wie Honda und die Veranstalter hätten jahrelang gemeinsam testen müssen, bevor die digitalen Cockpit-Displays einsatzfähig waren. Campbell beschreibt die Bedingungen, mit denen die Bildschirme zurechtkommen müssen (Zitat übersetzt): „Stell dir die Blendung vor, die Hitze … wenn dein normales Smartphone in der Sonne liegt, wird es schwarz und schaltet sich ab.“ Die Fahrer seien mitten am Tag durch die Dünen unterwegs, und dort sei es „grellweiß“.

Fertig ist die Entwicklung aus seiner Sicht noch nicht. Die Bildschirmtechnik entwickle sich weiter, damit Fahrer ihre Notizen auch bei Vollgas in Gelände ohne Orientierungspunkte sicher ablesen können. Konkrete Ausfälle bei Rennen oder technische Daten zu einzelnen Geräten nennt der Beitrag nicht.

Quellen- und Bildnachweise

Published inAllgemein