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Sandalion: Europas nächste große Motorrad-Rally

In einer Woche beginnt in Olbia die Sandalion-Woche: Am 12. Oktober öffnet das Fahrerlager, am 13. Oktober startet die erste Etappe. Bis zum 17. Oktober wird Sardinien zum Schauplatz des Finales im FIM Europe Tout Terrain Rally Cup.

Fünf Renntage, Navigation und eine zusätzliche Nachtprüfung: Die Sandalion bringt zum Saisonabschluss ein interessantes Paket auf die Insel. Veranstalter ist der Moto Club Insolita Sardegna. Unterstützung erhält die Veranstaltung von der Region Sardinien. Für die europäische Rallyeszene rückt damit ein Termin in den Mittelpunkt, bei dem sich der Blick über die großen Wüstenrennen hinaus lohnt.

Motorrad-Action auf Sardinien. Archivaufnahme von der offiziellen Sandalion-Website; Fotograf und Aufnahmedatum dort nicht ausgewiesen.

Das Cup-Finale bekommt eine eigene Bühne

Die Saison hat bereits unterschiedliche Sieger hervorgebracht. Jacopo Cerutti gewann die Läufe in Galicien und Griechenland. Bei der Ro Rally Marathon in Rumänien setzte sich anschließend Thomas Marini auf Aprilia durch. Maikol Reboldi wurde dort Gesamtzweiter, Alexandru Daniel Goran komplettierte das Podium.

Das macht den Blick auf die Sandalion interessant: Mehrere Fahrer aus diesem erfolgreichen rumänischen Feld stehen auch auf der aktuellen Teilnehmerliste für Sardinien. Aus den bisherigen Resultaten allein lässt sich allerdings weder eine vollständige Titelkonstellation noch eine Startzusage aller bisherigen Saisonsieger ableiten.

Fünf Etappen und ein langer Donnerstag

Das veröffentlichte Programm nennt 1.190 Kilometer Gesamtstrecke und 594 Kilometer selektive Abschnitte, hinzu kommt „Luna Nera“. Basis ist die Olbia Arena an der Via Libia. Die erste Etappe beginnt am Dienstag um 13 Uhr.

Geplante Etappen der Sandalion 2026
Datum Etappe Selektiv Gesamt
13. Oktober 1 54 km 90 km
14. Oktober 2 130 km 260 km
15. Oktober 3 / Marathon 170 km + Nachtprüfung 360 km
16. Oktober 4 140 km 300 km
17. Oktober 5 100 km 180 km

Der Donnerstag ist der längste Tag. Die Bezeichnung „Marathon“ sollte dabei nicht automatisch mit einem vollständigen Assistenzverbot gleichgesetzt werden: Im Programm ist auch für diesen Tag ausdrücklich autorisierte mobile Assistenz genannt.

„Luna Nera“: Nachtprüfung mit Wertung

Am Donnerstag steht zusätzlich die Nachtprüfung „Luna Nera“ auf der Strecke von Tilibbas an. Sie ist für Zuschauer geöffnet und zählt laut Veranstalter zur Veranstaltungswertung. Damit besitzt der Publikumsteil auch sportliches Gewicht. Die Siegerehrung ist am Samstag um 17 Uhr vorgesehen.

Felsiger Untergrund und schmale Linien: Motiv aus einer früheren Ausgabe, veröffentlicht in der offiziellen Sandalion-Archivgalerie. Fotograf und genaues Aufnahmedatum sind dort nicht ausgewiesen.

Diese Namen lohnen einen zweiten Blick

Zum Recherchezeitpunkt am 5. Oktober umfasst die öffentliche Teilnehmerliste 39 Einträge, sämtlich Motorräder. Genannt werden unter anderem Maikol Reboldi, Alexandru Goran, Daniele Livi, Tony Van Cauwenberghe und David Zucchini Del Vecchio. Dazu kommen beispielsweise Alberto Allera, Ruggero Auteri, Tracy Morandin und Elisabetta Romagna. Die Liste ist eine Momentaufnahme vor dem Nennschluss.

Besonders Reboldi und Goran bringen mit ihren Podestplätzen in Rumänien eine überzeugende sportliche Referenz mit. Auch die Klassenresultate sind interessant: Reboldi gewann dort M1, Van Cauwenberghe M2, Goran M3 und Zucchini Del Vecchio M4. Damit bietet das Feld mehrere Geschichten jenseits eines einzigen Gesamtsieg-Duells.

Für kurzfristig Entschlossene: Nennschluss am 10. Oktober

Die Veranstalterseite nennt aktuell 1.500 Euro Startgeld bis zum 10. Oktober. Das obligatorische ANUBE-Stella-Tracking EVO 3 kostet zusätzlich 200 Euro. Startgeld und Tracking ergeben damit zusammen 1.700 Euro; Anreise, Unterkunft, Verpflegung und technische beziehungsweise logistische Betreuung kommen hinzu.

Enthalten sind unter anderem ein 36 Quadratmeter großer Platz im Fahrerlager, das bei der Anmeldung festgelegte Papier- oder Digitalroadbook, Startnummernaufkleber sowie medizinische Betreuung während des Rennens. Wer kurzfristig teilnehmen möchte, sollte die eigene Lizenz, die Ausrüstung und die Anmeldung unmittelbar mit dem Veranstalter abstimmen.

Warum sich der Blick nach Olbia lohnt

Die Mischung macht diese Rallye spannend: ein europäisches Saisonfinale, bekannte Namen aus den bisherigen Läufen und eine Nachtprüfung mit unmittelbarer Bedeutung für das Ergebnis. Unsere sportliche Erwartung: Nach fünf Tagen dürfte neben dem Tempo vor allem zählen, wer Navigation, Konzentration und Material zuverlässig zusammenhält. Wie sich das Feld tatsächlich sortiert, zeigt sich ab dem 13. Oktober.

Recherche- und Programmstand: 5. Oktober 2026. Angaben nach den veröffentlichten Veranstalterinformationen; Änderungen bleiben möglich. Die Fotos zeigen frühere Aufnahmen und dokumentieren nicht die noch bevorstehende Ausgabe 2026.

Quellen- und Bildnachweise

Published inNewsRally