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Dshingis Khan in der Rally3

Last updated on 6. Oktober 2026

Serie: FIM Wettbewerbe

· Recherchestand: 6. Oktober 2026

Murun Purevdorj hat bei der Rallye du Maroc 2026 einen historischen Erfolg für die Mongolei erreicht: Der Fahrer von Xraids Experience sicherte sich den Rally3-Saisontitel. RallyTracks bezeichnet ihn als ersten mongolischen W2RC-Weltmeister. Auch der offizielle W2RC-Abschlussbericht bestätigt die Premiere – fachlich präzise handelt es sich um den Rally3-Weltcup-Titel.

Marokko bringt die Entscheidung

Am 3. Oktober gingen in Rally3 zwei unterschiedliche Erfolge an zwei Fahrer: Albert Martín gewann mit Triumph Spain die Rallye du Maroc, Purevdorj holte den Saisontitel. Der Mongole beendete die Veranstaltung auf dem zweiten Klassenrang. Damit steht sein Name für eine Premiere, die der Veranstalter ausdrücklich hervorhebt: Er ist der erste mongolische Titelgewinner im W2RC.

Die Ausgangslage war knapp. Vor Marokko lag zwischen Purevdorj und seinem Titelkonkurrenten Eduardo Alan nur ein Punkt, wie die FIM im Vorbericht festhielt. Beide traten für Xraids Experience an. Für Rally3 bildete Marokko bereits den Saisonabschluss, während der übrige W2RC-Kalender noch die Abu Dhabi Desert Challenge vorsieht.

Murun Purevdorj, Startnummer 160, auf Etappe 2 der Rallye du Maroc bei Zagora am 30. September 2026. Foto: © Horacio Cabilla / A.S.O. – Originalgalerie des W2RC.

Was bedeutet der Rally3-Titel genau?

Die Formulierung „W2RC-Weltmeister“ transportiert die Bedeutung des Erfolgs, braucht aber eine Einordnung. Die FIM führt Rally3 unter dem FIM Rally-Raid World Cup. Purevdorj gewinnt somit die Saisonwertung seiner Klasse innerhalb des W2RC. Der RallyGP-Weltmeistertitel wird separat vergeben.

Rally3 richtet sich an Enduro-Motorräder, die für Rallyeinsätze vorbereitet werden. Auf den offiziellen Marokko-Fotos wird Purevdorjs Maschine als KTM EXC-F geführt. Xraids Experience ist sein Team; KTM ist die Motorradmarke. Gerade diese Verbindung aus Enduro-Technik, Navigation und mehrtägigem Wettbewerb macht die Klasse für den Weg in den internationalen Rallysport interessant.

Drei Podestplätze tragen die Saison

Der Rückblick von 131 Off-Road beschreibt eine ausgesprochen konstante Rally3-Saison: Purevdorj stand bei allen drei Starts auf dem Podium. Beim Desafío Ruta 40 in Argentinien gewann er die Klasse; in Marokko genügte ihm Rang zwei hinter Martín zum Titel.

In Marokko blieb Martín der Maßstab und gewann fünf der sechs gewerteten Abschnitte einschließlich des Prologs. Purevdorj wurde der Sieg auf Etappe 4 zugesprochen, nachdem Martín Zeitstrafen erhalten hatte. Im Endklassement betrug der Abstand 1:57:37 Stunden. Eduardo Alan, Purevdorjs direkter Titelgegner und Teamkollege, wurde Sechster der Klasse. Diese Ergebnisse zeigen, weshalb Rallysieg und Saisontitel getrennt betrachtet werden müssen: Purevdorjs Erfolg entstand über mehrere Veranstaltungen.

Vom mongolischen Motorsport auf die internationale Bühne

Purevdorj stammt aus Ulaanbaatar und wurde am 4. November 1997 geboren. Zum Zeitpunkt seines Titelgewinns ist er 28 Jahre alt. Sein offizielles Dakar-Porträt erzählt von einem frühen Einstieg: Schon als Sechsjähriger fuhr er Motorrad, sein Vater war ebenfalls Rennfahrer. Später sammelte er Erfahrungen im heimischen Motocross und Enduro.

Zwischen 2016 und 2020 unterbrach er seine Motorsportlaufbahn für ein Studium in Australien. Nach seiner Rückkehr wandte er sich verstärkt den Marathonrallys zu. Das Dakar-Profil nennt ihn siebenfachen mongolischen Meister und führt den Gesamtsieg bei der Silk Way Rally 2025 auf.

Murun Purevdorj im offiziellen Dakar-Fahrerporträt. Archivaufnahme aus dem Profil zur Dakar 2026; Aufnahmedatum und Fotograf werden dort nicht genannt. Bildquelle: Dakar / A.S.O. – Originalprofil.

Ein Meilenstein – und eine Grundlage für den nächsten Schritt

Sein Dakar-Debüt 2025 beendete Purevdorj trotz technischer Probleme auf Gesamtrang 76. Im offiziellen Fahrerprofil schildert er insbesondere Schwierigkeiten mit dem Getriebe und die Bedeutung eines zuverlässig vorbereiteten Motorrads. Der Rally3-Titel ergänzt diesen Erfahrungsweg nun um einen internationalen Saisonerfolg.

Für Xraids Experience steht damit der Titel eines Fahrers aus den eigenen Reihen fest. Für die Mongolei reicht die Bedeutung darüber hinaus: Erstmals führt ein mongolischer Fahrer eine W2RC-Klasse zum Saisonende an. Aus redaktioneller Sicht macht gerade diese Premiere die Geschichte bemerkenswert. Wie weit Purevdorj künftig in anderen Klassen vorstoßen kann, bleibt sportlich offen – sein Rally3-Erfolg besitzt bereits einen eigenen Wert.

Quellen- und Bildnachweise

Published inAllgemein