Last updated on 7. Oktober 2026
Serie: News zu Dakar
Stand: 7. Oktober 2026
Saudi-Arabien hat Treffer an zwei Flughäfen bestätigt. Damit bekommt die Sicherheitsdebatte um die Dakar 2027 einen konkreten Anlass außerhalb des Rally-Biwaks. Eine Verlegung nach Marokko ist jedoch weiterhin keine offiziell bekanntgegebene Entscheidung. Bestätigte Angriffe und berichtete Ausweichplanungen müssen getrennt betrachtet werden.
Was in Jazan und Najran bestätigt ist
Nach einer Meldung der Nachrichtenagentur Associated Press vom 6. Oktober erklärte die saudische Luftfahrtbehörde GACA, dass die Flughäfen von Jazan, auch Jizan geschrieben, und Najran am Montag, dem 5. Oktober, getroffen wurden. Beide Anlagen wurden beschädigt, drei Menschen leicht verletzt. Es handelt sich also nicht um erstmals am 7. Oktober gemeldete Angriffe.
Die von AP wiedergegebene Behördenmitteilung benannte keinen Verantwortlichen. Zuvor hatten die Huthi-Rebellen Raketen- und Drohnenangriffe auf Saudi-Arabien erklärt. Einen zusätzlich behaupteten Treffer am Flughafen Abha konnte AP in dieser Meldung nicht bestätigen. Diese Unterscheidung bleibt wesentlich: Eine Angriffserklärung allein belegt noch keinen erfolgreichen Einschlag. AP-Meldung vom 6. Oktober · Lesbare AP-Fassung bei KSAT.

Die öffentliche Dakar-Planung lautet weiterhin Saudi-Arabien
Die offizielle Dakar-Website nennt beim Abruf am 7. Oktober weiterhin den Zeitraum 1. bis 15. Januar 2027. Die am 5. Mai vorgestellte Route beginnt und endet in King Abdullah Economic City. Eine öffentlich zugängliche ASO-Mitteilung, die eine Verlegung nach Marokko oder eine Absage bestätigt, ließ sich für diesen Beitrag nicht finden. Die ursprüngliche Ankündigung ist damit der öffentlich dokumentierte Stand, aber keine neue Sicherheitsgarantie. Offizielle Streckenpräsentation.
Was hinter dem Plan B steckt
Mundo Deportivo berichtete am 5. Oktober über zwei Optionen: eine Nordroute in Saudi-Arabien oder acht Etappen in Marokko unter dem möglichen Namen „Rally Merzouga by Dakar“. Die Streckendetails stammen überwiegend von nicht namentlich genannten Teilnehmern und Teamvertretern.
Pep Vila von Pro Dunes, dem Veranstalter der Rallye du Maroc, bestätigt gegenüber der Zeitung einen Kontakt mit ASO und signalisiert Unterstützung. Das belegt Gespräche, aber keine beschlossene Ersatzveranstaltung. Recherche von Mundo Deportivo.
Der Bericht erschien vor den Angriffen vom Montagabend. Die Ausweichüberlegungen lassen sich deshalb nicht als bereits beschlossene Reaktion auf genau diese Flughafentreffer darstellen.

KTM will fahren, aber unter sicheren Bedingungen
KTM-Rally-Teamchef Andreas Hölzl sagt im selben Bericht von Mundo Deportivo, seine Mannschaft wolle antreten. Er hoffe auf eine sichere Lösung, gegebenenfalls mit einem Plan B. Dabei verweist er auf die Verantwortung für Fahrer und Mitarbeiter. Eine verbindliche KTM-Startzusage für Marokko ist das nicht.
Die Haltung im Fahrerlager ist keineswegs einheitlich. AS berichtete bereits am 1. Oktober, dass Ford-Teamchef Matt Wilson eine Marokko-Alternative skeptisch sah. Carlos Sainz äußerte Sorge über die Entwicklung, während Nasser Al-Attiyah damals fest mit einer Austragung in Saudi-Arabien rechnete. FIM-Präsident Jorge Viegas verwies auf benötigte Sicherheitsgarantien und die Entscheidungen der Werksteams. Diese Aussagen stammen vor den jetzt bestätigten Flughafentreffern und sind keine Reaktionen darauf. AS, 1. Oktober 2026.
Für die Dakar reicht es nicht, auf einer Karte Abstand zur Konfliktregion zu schaffen. Aus redaktioneller Sicht müssen auch Anreise, Materialtransport und Bewegungen zwischen den Biwaks in eine belastbare Planung passen. Entscheidend ist deshalb die nächste konkrete Mitteilung von ASO: Welche Route soll gefahren werden, unter welchen Sicherheitsbedingungen und mit welchen verbindlichen Folgen für die Teilnehmer? Bis dahin bleibt Marokko eine berichtete Alternative.
Quellen- und Bildnachweise
- Associated Press, 6. Oktober 2026: Behördenangaben zu Jazan und Najran; geprüft auch anhand der AP-Veröffentlichung bei KSAT.
- ASO/Dakar, 5. Mai 2026: ursprüngliche Planung für 2027. Offizielle Website, geprüft am 7. Oktober 2026.
- Mundo Deportivo, Oriol Muñoz und Fabio Marchi, 5. Oktober 2026: alternative Austragungsmodelle sowie Aussagen von Pep Vila und Andreas Hölzl. Aussagen sinngemäß aus dem Spanischen wiedergegeben.
- AS, Carmen Ruiz, 1. Oktober 2026: frühere Aussagen von Wilson, Sainz, Al-Attiyah und Viegas. Sinngemäße Wiedergabe aus dem Spanischen.
- Foto 1: Tosha Schareina, Dakar-Etappe 8, 12. Januar 2026. © A.S.O./F. Gooden/DPPI. Dakar-Originalgalerie.
- Foto 2: Edgar Canet, Rallye du Maroc, 2. Oktober 2026; veröffentlicht in der KTM-Pressemitteilung vom 3. Oktober. © Matteo Gebbia / Edophoto. KTM-Originalquelle; Fotograf und Aufnahmedatum laut Bildmetadaten.
- Titel- und Social-Banner: KI-gestaltete redaktionelle Collagen auf Grundlage der beiden genannten Originalfotos. Keine Aufnahmen der Angriffe. Dakar-Logo: ASO/Dakar.

