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Stand: 9. Oktober 2026 · Regelwerk und Ausrüstung

Vor der Qatar International Baja vom 28. bis 31. Oktober und dem für 5. bis 8. November angesetzten Finale in Dubai lohnt sich ein genauer Blick auf den Airbag. Die FIM führt eine Zulassungsliste mit Stand September 2026. Entscheidend sind die dort gezeigte Ausführung und ihre Kennzeichnung. Die Veröffentlichung dokumentiert die Wettbewerbszulässigkeit; sie ist keine Ankündigung neuer Produkte.

Die Termine stammen aus dem FIM-Kalender. Grundlage des Modellabgleichs ist die September-Liste für den FIM Bajas World Cup.

Diese Modelle und Kennzeichnungen stehen auf der Liste

Die folgende Übersicht gibt die Einträge der Seiten 3 bis 11 wieder. Bei der Kontrolle zählt das Etikett am eigenen System, nicht allein der Verkaufsname.

Hersteller Gelistete Ausführung beziehungsweise Kennzeichnung PDF-Seite
Alpinestars Tech-Air: RAV3 oder ABSOR23 3
Helite Airbag OFF-ROAD; OFF-ROAD V2 4
Furygan AIR BAG / FURY AIRBAG SYSTEM 7873-1; GILET AIR BAG 7890-1 5–6
Klim Ai-1 RALLY AIRBAG VEST 5
Held eVest Clip-in, Art. 92070.00; eVest, Art. 92170.00 7
RST ADVENTURE AIRBAG JERSEY V1 (PROTOTYPE) 7
SHOT AIR GUARD SRG1; AIR GUARD SRG1-MAX 8–9
Dainese D-Air DESERT 1 10
BC Red Tesla RED TESLA, VRACE RR 2.0, R7300 MX 11

Ixon ist ausdrücklich ausgeschlossen. Für Furygan und Klim verlangt die Liste die Rally-Ausführung mit Brustprotektor sowie die In&motion-Aktivierung einschließlich ADVENTURE-Option. Ähnliche Straßenversionen genügen nicht. Auch der RST-Prototypeneintrag erlaubt keine Übertragung auf andere RST-Produkte.

Alpinestars Tech-Air Off-Road als Ausrüstungsbeispiel. Für den FIM-Abgleich ist die Kennzeichnung am konkreten System maßgeblich. Original-Herstellerabbildung: Alpinestars; Fotograf und Aufnahmedatum nicht angegeben. Bildquelle.

Was Fahrer unterwegs erfüllen müssen

Artikel 28.2 der Sporting Regulations 2026 verlangt Airbag sowie Brust- und Rückenschutz auf der gesamten Strecke. Bei Verstößen ist Disqualifikation vorgesehen. Für den passiven Brustschutz gilt EN 1621-3, für den Rücken EN 1621-2. Ein Neck-Brace ist nach diesem Reglement verboten.

  • Zum Etappenstart: Je nach System eine oder zwei passende Ersatzkartuschen mitführen.
  • Zum Start des Selective Sector: Der Fahrer muss die Einsatzbereitschaft sicherstellen, insbesondere ausreichenden Akkustand und den erforderlichen Kartuschenwechsel nach einer Auslösung.
  • Auslösung vor dem Tankstopp: Weiterfahrt bis zum Refuelling ist erlaubt; dort sind die verbrauchten Kartuschen zu ersetzen.
  • Auslösung nach dem Tankstopp oder ohne Refuelling: Der Abschnitt darf beendet werden; der Wechsel muss bei Ankunft im Assistance Park erfolgen.

Kontrollen sind am Prüfungsstart und beim Refuelling möglich. Diese Vorgaben gelten im FIM-Bajas-Regelwerk; eine Übertragung auf nationale oder andere Rally-Veranstaltungen setzt deren eigene Bestimmungen voraus.

Zulassung ersetzt keine vollständige Schutzausrüstung

Artikel 65.01.1 der Technical Rules 2026 beschreibt das zulässige Airbag-System als vollständige Weste beziehungsweise Gilet einschließlich Brust- und Rückenprotektor. Eine isolierte Elektronikbox oder ein Markenlogo belegt daher noch keine regelkonforme Gesamtausrüstung.

Die technischen Bestimmungen untersagen Veränderungen an Protektoren, durch die deren Zertifizierung entfällt. Nach einem Unfall mit Aufprall müssen Brust- und Rückenprotektor dem Technical Steward zur Prüfung vorgelegt werden. Defekte oder nicht regelkonforme Ausrüstung muss ersetzt und erneut vorgeführt werden.

Bei elektronischen Systemen gehört auch die passende Betriebsart zur Vorbereitung nach Herstelleranleitung. Alpinestars unterscheidet beim Tech-Air Off-Road zwischen Rally-, Enduro- und Street-Modus. SHOT nennt für den SRG-1 MAX eine erforderliche In&box-Mitgliedschaft und Aktivierung. Der Besitz einer gelisteten Weste allein macht das System noch nicht einsatzbereit.

Helite Off-Road: Herstelleraufnahme zur Darstellung der getragenen Ausrüstung, keine Aufnahme aus Qatar oder Dubai 2026. Bildquelle: Helite; Fotograf und Aufnahmedatum nicht angegeben. Originalseite.

Qatar ist konkret, bei Dubai bleibt eine Dokumentenlücke

Die Qatar-Ausschreibung 2026 verlangt in Artikel 10.4 die Vorlage des Airbag-Systems samt Kartuschen bei der technischen Abnahme. Artikel 11.12 wiederholt die Fahrerpflichten. Sein Listenlink führt jedoch noch zur Ausgabe Juli 2025. Für die Vorbereitung sollten Fahrer deshalb die aktuelle September-Liste zusätzlich abgleichen und Abweichungen vor der Anreise mit der technischen Abnahme klären.

Der geprüfte Link „FIM Supplementary Regulations“ auf der Dubai-Reglementseite führte am 9. Oktober zu einem Dokument für 2024. Daraus lassen sich keine zusätzlichen Dubai-Pflichten für 2026 ableiten. Für Dubai sind daher noch die aktuelle Ausschreibung und Bulletins abzugleichen.

Vor dem Verladen lässt sich der Abgleich dokumentieren: Fotos des Modell- und Normetiketts, die passende FIM-Listenseite und die Anleitung für Aktivierung sowie Kartuschenwechsel bereithalten. Wenn Kennzeichnung oder Ausführung abweichen, ist eine schriftliche Klärung mit der technischen Abnahme sinnvoll. Ein ähnlicher Produktname beantwortet diese Frage nicht.

Quellen- und Bildnachweise

Published inAllgemein