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Alakonnu Ralli, Estland

Kalev Riivik gewinnt die fünfte Alakonnu Ralli auf KTM 990 Adventure. Hinter ihm folgt Argo Neumann mit einer Yamaha Ténéré 700, bevor Elary Talu auf KTM EXC 300 das Podium komplettiert. Erik Rist fährt die KOVE 800 Rally auf Gesamtrang vier. Damit stehen zwei große Adventure-Motorräder vor den leichten Enduros.

Die Veranstaltung fand vom 2. bis 4. Oktober in Südestland statt. Der Veranstalter nennt 104 Teilnehmer aus sieben Ländern. Seine öffentliche Gesamtübersicht umfasst 88 Einträge. Die Differenz ist keine belegte Ausfallzahl: Dafür müssten die einzelnen Start- und Wertungsstatus abgeglichen werden.

Tartu ADV mit Veranstaltern beim Start 2026. Riivik und Rist werden in der Ergebnisliste für Tartu ADV geführt. Veranstaltungsaufnahme, keine Siegerehrung. Foto: Arvo Meeks / Lõuna-Eesti Postimees. Offizielle Galerie, Start and SS1, Bild 023.

3:51 Minuten entscheiden das Duell an der Spitze

Platz Fahrer Motorrad Gesamtzeit Rückstand
1 Kalev Riivik KTM 990 Adventure 5:05:08 –
2 Argo Neumann Yamaha Ténéré 700 5:08:59 +3:51
3 Elary Talu KTM EXC 300 5:13:13 +8:05
4 Erik Rist KOVE 800 Rally 5:17:35 +12:27

Quelle: offizielle Ergebnisübersicht, Tabellenstand 4. Oktober 2026; geprüft am 9. Oktober. Rückstände aus den veröffentlichten Zeiten berechnet. Der Prolog wird nicht zur Gesamtzeit addiert.

Riivik liegt 3:51 Minuten vor Neumann. Auf Talu beträgt sein Vorsprung 8:05 Minuten. Der Big-Bike-Doppelsieg beschreibt somit die beiden Motorradkonzepte an der Spitze, keinen gemeinsamen Herstellererfolg.

Rist fehlen mit der KOVE 4:22 Minuten auf das Podium. Platz vier ist ein konkretes Wettbewerbsergebnis für Fahrer und Motorrad. Welche Umbauten, Reifen oder Fahrwerkseinstellungen dabei zum Einsatz kamen, geht aus der Ergebnisübersicht nicht hervor.

Die Gewichtsklassen erklären den Reiz des Ergebnisses

Alakonnu unterscheidet drei Kategorien: Rally Enduro bis 130 Kilogramm, Rally Dual Sport über 130 bis einschließlich 180 Kilogramm und Rally Adventure über 180 Kilogramm. Riivik, Neumann und Rist sind in der offiziellen Teilnehmerliste der Adventure-Klasse zugeordnet.

Der Erfolg der 990 Adventure reicht also über die eigene Klasse hinaus. Eine pauschale Rangfolge der Motorradkonzepte lässt sich daraus trotzdem nicht ableiten. In der Gesamtwertung werden die Leistungen unterschiedlicher Fahrer auf unterschiedlich vorbereiteten Maschinen zusammengeführt.

Digitales Roadbook am Motorrad: Die Navigation gehört bei Alakonnu zur sportlichen Aufgabe. Foto: Arvo Meeks / Lõuna-Eesti Postimees. Offizielle Galerie 2026, Start and SS1, Bild 004.

Gesamtzeit ist mehr als Fahrtempo

Das Rallyzentrum liegt am Gut Kaagjärve. Laut Veranstalter verbindet die Strecke öffentliche Straßen, Dorfwege, Waldpassagen und Wirtschaftswege in den Regionen Valga und Võru. Navigiert wird mit digitalem Roadbook; auf öffentlichen Straßen gelten die Verkehrsregeln.

Das Reglement sieht Strafen unter anderem für verpasste Wegpunkte, missachtete Stopppunkte und Geschwindigkeitsverstöße vor. Schon eine einzelne Navigationsstrafe kann größer sein als der Abstand zwischen zwei Spitzenplätzen. Ob solche Strafen das Duell an der Spitze beeinflusst haben, lässt sich aus der kompakten Ergebnisübersicht nicht feststellen.

Für eine technische Analyse wären deshalb Etappenzeiten, Strafzeitkonten und Angaben zum Zustand der eingesetzten Motorräder nötig. Erst diese Daten könnten erklären, wo Riivik seinen Vorsprung herausfuhr. Die Gesamtwertung belegt den Sieg, aber nicht dessen technische Ursache.

Für Amateurfahrer zeigt Alakonnu einen möglichen Einsatzbereich großer Reiseenduros im Roadbook-Sport. Ein niedriges Motorradgewicht allein garantiert dort keinen besseren Gesamtplatz. Bei der Auswahl einer Veranstaltung bleiben ihr Streckenprofil, das Reglement und die eigenen Fähigkeiten maßgeblich.

Quellen- und Bildnachweise

Published inAllgemein