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Fenix Rally 2026, Leg 1 Djerba-Douz: Justin Gerlach meldet Tagessieg bei den Motorrädern

Serie: Fenix Rally – The doorway to Sahara

Justin Gerlach sieht sich nach Leg 1 der Fenix Rally 2026 vorne. „Ich bin heute der Stage-Winner“, sagte der Berliner am Abend nach der ersten langen Etappe von Djerba nach Douz. Eine offizielle Ergebnisliste der Motorradwertung war bis zum Abend des 26. Oktober 2026 öffentlich nicht auffindbar. Der Tagessieg ist damit Gerlachs eigene Darstellung, eine Bestätigung durch den Veranstalter RBI Sport liegt nicht vor.

Auch beim Datum der Etappe weichen die Angaben voneinander ab. Das vorab veröffentlichte Programm, das Euro4x4parts unter Berufung auf fenix-rally.com wiedergibt, nennt Samstag, 24. Oktober 2026. Laut einem Pressebericht des belgischen Feryn-Teams auf Autosportwereld fand der Prolog dagegen am Samstagnachmittag statt und Leg 1 am Sonntag, 25. Oktober. Die offizielle Startliste für Leg 1 wurde am 24. Oktober um 18:07 Uhr erstellt, was eher zur Sonntagsversion passt. Eine ausdrückliche Klarstellung des Veranstalters gibt es nicht.

Sechs Minuten Startabstand als Vorsprung

Aus dem Prolog brachte Gerlach eine Position im vorderen Mittelfeld mit. In der Startgruppe „Enduro + ATV“ ging er mit Startnummer 11 auf seiner KTM FR 450 Rally (Team JG Racing) als Siebter um 07:06 Uhr los, sechs Minuten nach dem Niederländer Jeremy Knuiman (Nummer 21, KTM EXC 450), der die Gruppe um 07:00 Uhr eröffnet hatte. So weist es die Startliste aus.

Gerlachs Schilderung zufolge holte er bei etwa Kilometer 50 einen ersten Konkurrenten ein, der sich verfahren hatte. Bis etwa Kilometer 130 sei er danach vorneweg gefahren und habe die Spur selbst gesucht. Nach dem Neustart für die letzten rund 90 Kilometer kam Knuiman vorbei. „Ich habe versucht, dran zu bleiben, aber es ging nicht, er war deutlich schneller als ich“, sagte Gerlach, der danach sein eigenes Tempo fuhr.

Etwa 20 Kilometer vor dem Ziel verlor sich die Spur, der er bis dahin gefolgt war. Gerlach schloss daraus, dass sich der Fahrer vor ihm verfahren hatte, und legte zu, „weil die Navigation extrem anspruchsvoll wurde am Ende“. Knuiman schloss wieder auf, nach Gerlachs Worten erreichten beide zusammen mit einem Quadfahrer das Ziel. Weil sie sechs Minuten auseinander gestartet waren, beziffert Gerlach seinen Vorsprung auf Knuiman auf genau diese sechs Minuten. Mögliche Zeitstrafen oder Korrekturen der Zeitnahme sind darin nicht enthalten.

„Ein erster langer Tag ist vorbei und ich muss sagen, ich habe eine Menge Spaß“, sagte der 25-Jährige. Laut Wikipedia kam Gerlach 2025 bei der Rallye Dakar ins Ziel und war bei der Fenix Rally 2023 und 2024 als Navigator in einem Land Rover Discovery dabei.

Klebeband und Bluetooth

Repariert werden musste trotzdem. Unterwegs schnitt Gerlach nach eigenen Angaben die Gewinde des Motorschutzes nach. Eine zweite Schraube hielt danach nicht mehr, also fixierte er das Teil mit Klebeband. Nach dem Ziel streikte der Roadbook-Controller, die Fernbedienung am Lenker, mit der Fahrer das digitale Roadbook weiterschalten. Rund zwei Stunden suchte Gerlach den Fehler, bevor er ein Bluetooth-Modul einbaute: „am Ende hat es dann das gute alte Bluetooth gerichtet“. Für die nächste Etappe rechnet er damit, als erstes Motorrad zu starten. Bis zum Ziel seien es „nur noch sechs Tage“.

434 Kilometer von der Küste in die Wüste

Das Competitor Briefing des Veranstalters beziffert Leg 1 auf insgesamt 434 Kilometer: 38,82 Kilometer Verbindungsetappe zum Start, 252,89 Kilometer Wertungsprüfung und 142,29 Kilometer Verbindungsetappe nach Douz. In die Prüfung waren zwei Neutralisationen eingebaut, also Abschnitte ohne Zeitwertung. Die zweite reichte von Kilometer 120,73 bis 159,63, führte durch Tataouine und dauerte eine Stunde und 15 Minuten. Dort mussten Motorräder und Quads tanken; das Briefing verlangt für sie eine Reichweite von 150 Kilometern plus 10 Prozent.

Zu Beginn wartete laut Briefing technisches Terrain mit schmalen, kurvigen Pisten, Vegetation, Dörfern und örtlichem Verkehr. Ab Kilometer 94 querten die Fahrer eine stark befahrene Straße, danach folgte eine Reihe von Wadis, also trockenen Flusstälern, in denen es auf die Wahl des richtigen Tals und seiner Ausfahrten ankam. Hinter Tataouine wurde das Gelände offener und wüstenhafter. Ab Kilometer 220 lief die Strecke durch ein sandiges Oued mit ähnlich aussehenden Spuren und häufigen Richtungswechseln, nach Einschätzung des Veranstalters einer der navigatorisch heikelsten Abschnitte des Tages. Direkt hinter dem Ziel der Prüfung bei Kilometer 252,89 stand ein Tankservice der Organisation bereit.

Rallye-Motorradfahrer auf einer Enduro in einer Sanddünenlandschaft in Tunesien
Archivaufnahme: Motorradfahrer in den Dünen bei einer früheren Ausgabe der Fenix Rally, nicht von Leg 1 2026. Foto: Fenix Rally / RBI Sport, Fotograf nicht genannt, fenix-rally.com

Motorradfeld und deutschsprachige Starter

In der Gruppe „Enduro + ATV“ führt die Startliste für Leg 1 22 Starter: 16 Motorräder der Klasse ENDURO_CC, zwei Quads der Polen Adam Krysiak und Karol Slugocki (beide Polaris Scrambler) und vier Motorräder der parallel ausgetragenen historischen Loasis Rally. Der Niederländer Dries De Baar (Nummer 15, GasGas 450) steht in der Nennliste des Veranstalters, fehlt aber in der Startliste für Leg 1. Warum, ist nicht bekannt.

Zwei weitere deutschsprachige Motorradfahrer sind neben Gerlach dabei:

  • Georg Reinprecht (Österreich, Nummer 24, Beta RR 390) startete als Vierter der Gruppe um 07:03 Uhr.
  • Florian Willer (Deutschland, Nummer 9, KTM 450 EXC) ging als 14. der Gruppe um 07:13 Uhr ins Rennen.

Etappenergebnisse von Reinprecht und Willer sind bislang nicht veröffentlicht, ebenso wenig ein Gesamtstand der Motorräder nach Prolog und Leg 1.

Rallye-Motorradfahrer wirbelt in den Dünen eine Sandfontäne auf
Archivaufnahme: Motorradfahrer in den tunesischen Dünen; ein Aufkleber am Motorrad verweist auf die Ausgabe 2021 der Fenix Rally. Foto: RBI Sport, Fotograf nicht genannt, rbi-sport.com

Korrektur vom 26. Oktober 2026: Eine frühere Fassung nannte als Datum von Leg 1 ohne Einschränkung Samstag, 24. Oktober 2026. Ein Pressebericht des Feryn-Teams nennt Sonntag, 25. Oktober. Der Widerspruch ist jetzt im Text benannt.

O-Ton: Justin Gerlach

Quellen- und Bildnachweise

Published inAllgemein