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Fenix Rally Leg 2 Douz: Knuiman gewinnt die Dünenetappe knapp vor Gerlach

Last updated on 26. Oktober 2026

Serie: Fenix Rally – The doorway to Sahara

Jeremy Knuiman hat am Montag, 26. Oktober 2026, die zweite Etappe der Fenix Rally in Tunesien in der Enduro-Klasse gewonnen. Der Niederländer auf KTM EXC 450 (Team Knuiman) kam nach 6 Stunden, 15 Minuten und 43,5 Sekunden ins Ziel. Justin Gerlach (JG Racing, KTM) wurde Zweiter mit 2 Minuten und 8 Sekunden Rückstand. Das geht aus der vorläufigen, inoffiziellen Teilwertung des Veranstalters für Leg 2 vom Abend des 26. Oktober hervor. Hinter den beiden klafft eine große Lücke: Daan Veenendaal (De Baar Rally Team, GasGas 500) verlor als Dritter 24 Minuten und 39 Sekunden auf den Tagessieger.

Erste echte Dünen der Rallye

Ein Pressebericht des belgischen Feryn Rally Raid Teams, veröffentlicht von Autosportwereld, beschreibt die Etappe als Prüfung im Stil einer klassischen Dakar-Etappe. Am Montagmorgen fuhren die Teilnehmer dort zum ersten Mal in die Dünen, es folgten anspruchsvolle Abschnitte mit Kamelgras, zum Tagesende schnelle Pisten. Die Wertungsprüfung war durch eine Neutralisation unterbrochen, also eine Pause, deren Dauer nicht in die Fahrzeit eingeht. Die genaue Länge der Wertungsprüfung und der Verbindungsetappen hat der Veranstalter bislang nicht öffentlich veröffentlicht.

Rallye-Motorradfahrer auf einer Husqvarna fährt einen Dünenkamm in der tunesischen Sahara entlang
Archivaufnahme: Motorrad in den Dünen bei einer früheren Ausgabe der Fenix Rally, nicht vom 26. Oktober 2026. Foto: Fenix Rally / RBI Sport, Fotograf nicht genannt. Quelle: fenix-rally.com

Gerlach: zehnmal festgefahren, Technik streikt

Gerlach war laut Startliste um 8:00 Uhr als Erster des Motorradfelds auf die Etappe gegangen, Knuiman zwei Minuten später als Dritter. Der Deutsche schildert in einer Sprachnachricht vom Abend einen harten Tag. „Ein brutaler Tag, ehrlich“, sagt er. Die ersten rund 50 Kilometer seien gut gelaufen, mit gleichmäßigem Tempo und sauberer Navigation, obwohl bereits dort die Fernbedienung seines Roadbooks ausgefallen sei. Er musste danach am Roadbook-Halter von Hand weiterschalten.

Im mittleren Teil ging es durch die Dünen, die er als kleinteilig und schwer zu fahren beschreibt. „Ich habe mich, glaube ich, zehnmal mit dem Motorrad festgefahren, zehnmal das Motorrad herausgeborgen. Das war ganz schlimm“, sagt Gerlach. Im letzten Abschnitt fiel nach seiner Darstellung auch noch das Navigations-Tablet immer wieder aus, mit schwarzem Display und Neustarts. „Also darauf war kein Verlass mehr.“

Dort holte Knuiman ihn ein. Gerlach entschied sich nach eigenen Worten, an dem Niederländer dranzubleiben und bis zum Ziel alles zu geben, statt abreißen zu lassen. Das habe sich gelohnt. Seine Bilanz: „Wir zwei machen es da vorne aus.“ Abends standen am Motorrad laut Gerlach nur „Kleinigkeiten, Service, Ölwechsel, Luftfilter“ an.

Top 5 der Enduro-Klasse auf Leg 2

Vorläufige, inoffizielle Etappenwertung (Teilwertung des Veranstalters vom 26. Oktober 2026). Zeit und Rückstand auf den Etappensieger im Format Std:Min:Sek.

  1. Jeremy Knuiman (Nr. 21, NLD, KTM EXC 450): 6:15:43,50
  2. Justin Gerlach (Nr. 11, DEU, KTM FR 450 Rally): 6:17:51,44, Rückstand +0:02:08
  3. Daan Veenendaal (Nr. 14, NLD, GasGas 500): 6:40:22,42, Rückstand +0:24:39
  4. Gaspard Delsart (Nr. 19, FRA, KTM 500 EXC-F): 6:48:42,15, Rückstand +0:32:59
  5. Abdelkader Mebarki (Nr. 32, DZA, KTM): 7:52:29,23, Rückstand +1:36:46

Für Veenendaal und Delsart weist die Liste je 2 Minuten Strafzeit aus, für Mebarki 4 Minuten. Ob diese Strafen in den angegebenen Zeiten bereits enthalten sind, geht aus der Liste nicht eindeutig hervor. Alle 16 gestarteten Enduro-Fahrer sind in der Tageswertung geführt.

Gesamtstand: Gerlach sieht sich weiter vorn

Eine offizielle Gesamtwertung nach Leg 2 lag zum Redaktionsschluss am Abend des 26. Oktober nicht vor. Nach Gerlachs eigener Aussage führt er die Enduro-Klasse weiterhin. Vor der Etappe habe sein Vorsprung auf Knuiman rund sechs Minuten betragen. Auf Leg 2 hat Knuiman laut Etappenwertung 2 Minuten und 8 Sekunden aufgeholt; Gerlach selbst sprach von knapp 2 Minuten und 15 Sekunden. Rechnerisch hätte er damit noch knapp vier Minuten Vorsprung, eine Bestätigung durch die offizielle Gesamtwertung steht aus. Nach dem Prolog hatte Knuiman die Enduro-Klasse angeführt.

Rallye-Motorradfahrer mit Startnummer 6 fährt durch eine Sandwolke in den Dünen
Archivaufnahme: Motorradfahrer bei der Fenix Rally 2021 in Tunesien, nicht vom 26. Oktober 2026. Foto: RBI Sport, Fotograf nicht genannt. Quelle: rbi-sport.com

Schwerer Tag für Florian Willer

Der zweite deutsche Motorradstarter, Florian Willer (Nr. 9, KTM 450 EXC, eigenes Team), ging laut Startliste als Siebter um 8:06 Uhr ins Rennen. In der Etappenwertung ist er auf Platz 16 und damit als Letzter der Enduro-Klasse geführt, mit 10 Stunden, 47 Minuten und 40 Sekunden sowie 4 Stunden, 31 Minuten und 57 Sekunden Rückstand. Die Liste vermerkt für ihn MAXTIME, also die Wertung mit Maximalzeit, dazu OVERSPEED (Geschwindigkeitsüberschreitung), den Vermerk WPM(6) und 27 Minuten und 40 Sekunden Strafzeit. Gründe für den Zeitverlust nennt die Liste nicht, eine Stellungnahme Willers lag nicht vor.

Ähnlich erging es dem Österreicher Georg Reinprecht (Nr. 24, Beta RR 390). Er wird auf Platz 15 geführt, 4 Stunden, 17 Minuten und 47 Sekunden hinter Knuiman, ebenfalls mit den Vermerken MAXTIME und OVERSPEED, dazu WPM(1) und 13 Minuten und 30 Sekunden Strafzeit.

O-Ton: Justin Gerlach

Quellen- und Bildnachweise

  • Fenix Rally 2026 (RBI Sport): vorläufige, inoffizielle Teilwertung Leg 2 vom 26.10.2026 und Startliste Leg 2 vom 25.10.2026, der Redaktion als PDF vorliegend
  • Justin Gerlach: Sprachnachricht vom Abend des 26.10.2026, der Redaktion mit Einwilligung vorliegend
  • Autosportwereld: Fenix Rally: een bewogen dag voor Pascal Feryn en Koen Wauters (26.10.2026, Pressebericht des Feryn Rally Raid Teams)
  • Road2Rally: Eventseite Fenix Rally
  • Fenix Rally: offizielle Webseite
  • Foto 1: Motorrad in den Dünen, Archivaufnahme einer früheren Fenix Rally; Rechteinhaber Fenix Rally / RBI Sport, Fotograf nicht genannt; Quelle: fenix-rally.com; Aufnahmedatum nicht bekannt
  • Foto 2: Motorradfahrer mit Startnummer 6 in den Dünen, Archivaufnahme der Fenix Rally 2021; Rechteinhaber RBI Sport, Fotograf nicht genannt; Quelle: rbi-sport.com
Published inAllgemein