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Reifenwahl für Rally-Raids: So bereift das Ténéré Yamaha Rally Team die Ténéré 700

Vorn ein Michelin Enduro Medium 2, hinten ein Michelin Desert Race, in beiden Reifen Bib Mousse statt Luftschlauch: So beschreiben das Ténéré Yamaha Rally Team und die Ténéré Spirit Experience das Reifen-Setup ihrer Ténéré 700 für Wüstenrallyes. Die Angaben stehen in einem Beitrag der Ténéré Spirit Experience vom 23. Oktober 2026. Eingesetzt wird das Material nach Angaben des Teams bei Rally-Raids wie dem Africa Eco Race, das der Beitrag mit mehr als 6.000 Kilometern von Tanger nach Dakar angibt, und der Carta Rallye in Marokko.

Die Begründung liefert der Beitrag gleich zu Beginn, in deutscher Übersetzung: „Bei einem Rally-Raid kann ein Platten eine Etappe oder sogar das ganze Rennen kosten.“ Entscheidend seien deshalb Grip, Haltbarkeit und Zuverlässigkeit.

Das Setup im Überblick

Laut Team gilt die folgende Bereifung für die Ténéré 700 GYTR und die Ténéré 700 World Raid GYTR (im Beitrag als „WR GYTR“ bezeichnet). GYTR ist Yamahas Programm für Renn- und Zubehörteile.

  • Vorderrad: Michelin Enduro Medium 2 in 90/100-21 mit Bib Mousse M16
  • Hinterrad: Michelin Desert Race in 140/80-18 mit Bib Mousse M02
  • Felgen: verstärkte Räder von Haan Wheels mit Excel-Felgenringen, vorn 21 x 1.85, hinten 18 x 2.50

Den Enduro Medium 2 beschreibt das Team als vielseitigen Enduroreifen, der auf hartem wie weichem Untergrund präzise lenkbar bleibe. Der Desert Race sei für Rally-Raids konstruiert, seine Karkasse solle Tausende Kilometer Piste aushalten. Das sind Einschätzungen des Teams, keine unabhängigen Testergebnisse. Zur Einordnung der Größenangabe: Bei 140/80-18 steht 140 für die Reifenbreite in Millimetern, 80 für die Flankenhöhe in Prozent der Breite, hier also rund 112 Millimeter, und 18 für den Felgendurchmesser in Zoll.

Vorderrad einer blauen Yamaha Ténéré 700 mit Michelin-Enduroreifen, schwarzer Excel-Felge und Bremsscheibe vor Wüstenkulisse
Archivaufnahme: Vorderrad einer Rallye-Ténéré 700 mit Michelin-Reifen und Excel-Felge, laut Dateiname beim Africa Eco Race 2025 aufgenommen. Die Aufnahme zeigt nicht zwingend exakt das beschriebene Setup. Foto: Edo Bauer/EdoPhoto (laut Dateiname), via Ténéré Spirit Experience

Bib Mousse statt Schlauch

Die Michelin Bib Mousse ist ein Schaumstoffeinsatz, der den Luftschlauch ersetzt. Ein Platten durch Luftverlust ist damit ausgeschlossen, das Team nennt die Lösung „zu 100 Prozent pannensicher“ (übersetzt). Der Einsatz entspreche einem Luftdruck von etwa 1,0 bis 1,2 bar, laut Beitrag der ideale Bereich für Grip, Traktion und Dämpfung im Gelände. Weil kein Schlauch verbaut ist, entfallen nach Angaben des Teams auch Durchschläge an Steinen, bei denen der Schlauch zwischen Felge und Reifen eingeklemmt wird, sowie Reparaturen am Pistenrand. Für jede Reifengröße gibt es eine eigene Mousse-Variante: M16 für den 90/100-21 vorn, M02 für den 140/80-18 „Desert“ hinten.

Warum die Serienfelgen nicht reichen

Die Rallyereifen selbst lassen sich laut Team auch auf die Originalfelgen der Ténéré 700 montieren. Zwei Einschränkungen nennt der Beitrag: die Bib Mousse und die Belastbarkeit der Felgen.

Ab Werk rollt die Ténéré 700 nach Angaben des Teams auf 90/90-21 vorn und 150/70-18 hinten. Die serienmäßige Hinterradfelge ist entsprechend breit ausgelegt. Die Mousse M02 ist dagegen für einen 140/80-18 auf einer deutlich schmaleren Endurofelge gedacht und funktioniert auf der Originalfelge laut Beitrag nicht wie vorgesehen. Hinzu kommt die Haltbarkeit: Wiederholte Steinschläge bei Renntempo vertragen die Serienfelgen nach Einschätzung des Teams schlecht. Deshalb fahren die Team-Motorräder auf den verstärkten Rädern von Haan Wheels.

Mehrere Rallye-Motorradfahrer, vorn eine Ténéré 700 mit Startnummer 524, auf einer Sandpiste zwischen trockenen Sträuchern
Archivaufnahme: Motorräder auf einer Sandpiste, vorn eine Ténéré 700 mit Startnummer 524. Ort und Datum der Aufnahme sind auf der Quellseite nicht angegeben. Foto: Fotograf nicht genannt, via Ténéré Spirit Experience

Kompromiss für Serienräder

Wer die Räder nicht tauschen will, kann laut Beitrag Enduro Medium 2 in 90/100-21 und Desert Race in 140/80-18 auf die Originalfelgen ziehen, dann allerdings mit verstärkten Schläuchen statt Bib Mousse. Diese seien in diesem Fall Pflicht, weil ihre deutlich dickere Wand besser vor Platten und Durchschlägen schütze. Ein vollständiges Reparaturset mit Ersatzschläuchen, Montierhebeln und Pumpe empfiehlt das Team trotzdem, da auch ein verstärkter Schlauch platzen kann. Für den Renneinsatz bleiben verstärkte Felgen nach seiner Einschätzung die richtige Lösung.

Einzuordnen ist der Beitrag als Darstellung in eigener Sache: Die Ténéré Spirit Experience bietet am Ende des Textes die Miete rallyevorbereiteter Ténéré 700 sowie Assistenz einschließlich verstärkter Räder an. Die Bewertungen der Reifen und Felgen stammen vom Team selbst.

Quellen- und Bildnachweise

Textquelle:
Ténéré Spirit Experience: „Which Tires for a Desert Rally-Raid on a Trail Bike?“, 23. Oktober 2026, tenere-spirit-experience.com

Fotos:

  • Vorderrad einer Rallye-Ténéré 700 mit Michelin-Reifen und Excel-Felge. Fotograf: Edo Bauer/EdoPhoto (laut Dateiname). Originalquelle: Ténéré Spirit Experience. Aufnahme laut Dateiname beim Africa Eco Race 2025, auf der Seite veröffentlicht am 23. Oktober 2026. Archivaufnahme.
  • Ténéré 700 und weitere Motorräder auf einer Sandpiste. Fotograf nicht genannt. Originalquelle: Ténéré Spirit Experience. Aufnahmedatum und Ort nicht angegeben. Archivaufnahme.
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