Serie: Fenix Rally – The doorway to Sahara
Justin Gerlach hat am Donnerstag, 29. Oktober 2026, die fünfte Etappe der Fenix Rally rund um Douz gewonnen und Jeremy Knuiman die Führung in der Motorradwertung wieder abgenommen. Laut der vorläufigen, inoffiziellen Etappenwertung war der Deutsche auf der 207,66 Kilometer langen Wertungsprüfung 4 Minuten schneller als der Niederländer. In der vorläufigen Gesamtwertung liegt Gerlach nun 2 Minuten und 31 Sekunden vor Knuiman. Offiziell sind die Ergebnisse noch nicht.
Dünen und Navigation gleich nach dem Start
Leg 5 war laut Competitor Briefing des Veranstalters eine 305 Kilometer lange Schleife ab Douz, ausgeschrieben nur für die Fenix-Teilnehmer. Auf 51,96 Kilometer Verbindungsetappe zum Start der Wertungsprüfung folgten 207,66 Kilometer gegen die Uhr und 45,38 Kilometer Rückfahrt nach Douz über öffentliche Straßen.
Den ersten Teil stufte das Briefing als den technischsten ein: Dünenquerungen, Navigation nach Kompasskurs (im Roadbook „CAP“), weicher Sand und häufige Richtungswechsel. Zwei als „DANGER !!“ markierte Gefahrenstellen lagen bei Kilometer 25,63 und 28,80 der Wertungsprüfung. Zwischen Kilometer 35 und 100 folgte eine lange Dünenpassage, auf der genaue Navigation laut Briefing wichtiger war als Tempo.
Bei Kilometer 129,28 begann eine einstündige Neutralisation mit Service und Tankstopp bei Kilometer 129,54, der Neustart erfolgte bei Kilometer 147,89. Danach ging es wieder durch Dünen und weißen Sand, zwischen Kilometer 177 und 197 auch durch Fesh-Fesh, also feinen, pulvrigen Staubsand. Erst zum Ende der Wertungsprüfung hin wurde das Gelände offener.

Gerlach holt Knuiman auf der Strecke ein
Laut Startliste ging Knuiman als Gesamtführender um 6:30 Uhr als Erster ins Rennen, Gerlach folgte eine Minute später. Nach den Etappenzeiten der Gesamtwertung lag der Niederländer vor dem Start rund anderthalb Minuten vorn. Gerlach brauchte für die Wertungsprüfung 4 Stunden, 57 Minuten und 7 Sekunden, Knuiman kam auf 5 Stunden, 1 Minute und 8 Sekunden. Beide haben laut Liste je zwei Minuten Strafzeit erhalten (Vermerk „WPM(1)“), einen Grund nennt die Liste nicht.
Gerlach selbst erklärte den Zeitgewinn am Abend in einer Sprachaufnahme aus dem Fahrerlager: „Das lag daran, dass mein Vordermann der Jeremy ein Problem mit dem Tablet hat. Das heißt, ich konnte ihn einholen und eine Menge Zeit gut machen.“ Bei Rallye-Raids dient das Tablet in der Regel als digitales Roadbook. Eine Stellungnahme von Knuiman zu dem Problem liegt nicht vor.
Daan Veenendaal (GasGas) wurde mit 15 Minuten und 26 Sekunden Rückstand Dritter, laut Liste einschließlich 19 Minuten Strafzeit. In der Gesamtwertung bleibt er Dritter, allerdings schon 1 Stunde, 2 Minuten und 15 Sekunden hinter Gerlach.
Gesamtwertung Motorräder nach Leg 5 (vorläufig)
Rückstand (Std:Min:Sek) auf den Führenden, Stand der vorläufigen Wertung vom 29. Oktober 2026:
- Justin Gerlach (Deutschland, KTM), Gesamtzeit 25:34:18
- Jeremy Knuiman (Niederlande, KTM), +0:02:31
- Daan Veenendaal (Niederlande, GasGas), +1:02:15
- Gaspard Delsart (Frankreich, KTM), +5:05:18
- Sara Jugla (Frankreich, Kove), +6:04:35
- Marian Augustyn (Polen, Fantic), +6:08:55
- Richard Wijntjes (Niederlande, Husqvarna), +6:09:51
- Florian Willer (Deutschland, KTM), +7:42:13
- Pascal de Baar (Niederlande, KTM), +7:57:04
- Taher Fourati (Tunesien, KTM), +8:12:58
Hinter der Spitze
Sara Jugla fuhr auf Platz 4 der Etappe, mit 1 Stunde, 3 Minuten und 45 Sekunden Rückstand. Fünfter wurde Mustapha Bouchneb aus Algerien, der die dritte Etappe laut RallyTracks.nl nicht angetreten hatte. Marian Augustyn kam auf Platz 6. Gaspard Delsart war nur Zehnter, behauptet aber Platz 4 in der Gesamtwertung.
Melek Abdelkafi aus Tunesien wurde mit 2 Stunden und 30 Minuten Strafzeit Fünfzehnter. Abdelkader Mebarki aus Algerien führt die Etappenwertung mit der Maximalzeit, eine frühere Fassung der Liste vermerkte bei ihm einen Ausfall („DNF“). Gewertet wurden in der Enduro-Klasse 16 Fahrer.
Bei den Quads gewann Adam Krysiak aus Polen auch diese Etappe, mit 9 Minuten und 13 Sekunden Vorsprung vor Karol Slugocki. Sein Vorsprung in der Gesamtwertung beträgt 1 Stunde, 38 Minuten und 50 Sekunden.
Deutschsprachige Starter
Neben Gerlach kam Florian Willer (KTM) ohne Strafzeit als Neunter ins Ziel, 2 Stunden, 1 Minute und 39 Sekunden hinter dem Tagessieger. In der Gesamtwertung ist er Achter. Der Österreicher Georg Reinprecht (Beta RR 390) wurde Vierzehnter, mit 3 Stunden, 19 Minuten und 16 Sekunden Rückstand, darin enthalten laut Liste 49 Minuten Strafzeit. Da er die dritte Etappe nicht gestartet hatte, steht er in der Gesamtwertung mit 31 Stunden, 33 Minuten und 43 Sekunden Rückstand auf Platz 16.

Am Abend noch Arbeit im Fahrerlager
Feierabend hatte Gerlach nach dem Tagessieg noch nicht. Er musste sein Motorrad reparieren: „Ich hatte eine Öleckage. Und zwar an der linken Seite am Anschluss zum Ölkühler.“ Ursache war nach seinen Worten ein defekter O-Ring, für den er sich im Fahrerlager Ersatz besorgte.
Ein zweites Problem war zum Zeitpunkt der Aufnahme nicht gelöst. Gerlach hatte nach eigenen Angaben seinen Bluetooth-Adapter verliehen, nach der Rückgabe funktionierte das Teil nicht mehr. Er wartete auf Techniker der Organisation. „Extrem ärgerlich“, sagte Gerlach und erinnerte an die alte Regel: „Never change your running system“.
Quellen- und Bildnachweise
- Geotraq/Fenix Rally 2026: Partial Unofficial Classification for SS5 (Day 5), Stand 29.10.2026: rc.geotraq.de
- Geotraq/Fenix Rally 2026: Rally Provisional Classification (Day 5), Stand 29.10.2026: rc.geotraq.de
- Fenix Rally Tunisia 2026: Competitor Briefing Leg 5 und Startliste Leg 5 (Veranstalterdokumente)
- RallyTracks.nl: „Third stage win in a row for Thijs and Van Tiel, penalty costs Knuiman the lead in Fenix Rally“, 28.10.2026: rallytracks.nl
- Justin Gerlach: Sprachaufnahme aus dem Fahrerlager, 29.10.2026
- Foto 1: Jeremy Knuiman (Startnummer 21) auf einer Wüstenpiste; Fotograf nicht genannt; Originalquelle: RallyTracks.nl, veröffentlicht 28.10.2026; Archivaufnahme, nicht von Leg 5
- Foto 2: Jeremy Knuiman (Startnummer 21) auf einer Sandpiste; Fotograf nicht genannt; Originalquelle: RallyTracks.nl; Aufnahmedatum nicht genannt; Archivaufnahme, nicht von Leg 5

