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Dakar 2027 startet in Portugal und führt quer durch Marokko

Serie: Dakar 2027

Die 49. Dakar beginnt an der Algarve und endet in Marrakesch. Veranstalter A.S.O. hat am Freitag, 30. Oktober 2026, die Ersatzroute für die aus Saudi-Arabien verlegte Ausgabe vorgestellt: Prolog und erste Wertungsprüfung in Portugal, danach elf Etappen in Marokko. Gefahren werden soll vom 9. bis 23. Januar 2027. Die Termine stehen laut Veranstalter noch unter dem Vorbehalt der Genehmigung durch den World Motor Sport Council (WMSC) der FIA.

Warum die Dakar umziehen muss

Erst am Sonntag, 25. Oktober 2026, hatte die A.S.O. mitgeteilt, dass die Rallye 2027 nicht in Saudi-Arabien stattfinden wird. Die Organisatoren sprachen nach Angaben von Portugal Resident von einer außergewöhnlichen, einmaligen Entscheidung infolge der jüngsten Entwicklungen in der Region. Laut der AFP-Meldung bei Free Malaysia Today war die Ausgabe ursprünglich für den 1. bis 15. Januar 2027 geplant. Für 2028 ist die 50. Dakar wieder in Saudi-Arabien vorgesehen, wo die Rallye seit 2020 ausgetragen wird.

Damit kehrt die Dakar erstmals seit der Ausgabe 2007 nach Afrika zurück. Die für 2008 geplante Rallye mit Start in Lissabon war aus Sicherheitsgründen abgesagt worden, wie das Rallye Magazin zusammenfasst.

Der Zeitplan in Portugal

Ausgangspunkt ist das Algarve-Stadion in Loulé-Faro mit rund 30.000 Plätzen. Dort fand im April 2026 bereits der Portugal-Lauf der FIA-FIM Rally-Raid-Weltmeisterschaft (W2RC) des Automóvel Club de Portugal (ACP) sein Ziel. Nach der in der von MFE Live veröffentlichten Veranstaltermitteilung gilt dieser Ablauf:

  • Dienstag, 5. Januar 2027: Öffnung des Serviceparks in Loulé-Faro
  • 6. bis 8. Januar: administrative und technische Abnahme vor Ort
  • Samstag, 9. Januar: Prolog
  • Sonntag, 10. Januar: erste Wertungsprüfung, anschließend Überführung zum Hafen und nächtliche Fährüberfahrt nach Nador in Marokko
  • Montag, 11. Januar: Verbindungsetappe zum ersten marokkanischen Biwak in Bouarfa

Die genannten Termine sind ebenfalls nur vorläufig, solange die WMSC-Genehmigung aussteht. In der Berichterstattung tauchen zudem abweichende Angaben auf: Eine erste Fassung des MFE-Live-Editorials nannte den 8. Januar als Starttermin, der bei Yahoo Sports veröffentlichte Motorsport.com-Bericht den 7. Januar. Der Rennbetrieb mit dem Prolog beginnt laut Veranstaltermitteilung am 9. Januar.

Rallye-Motorradfahrer fährt bei der Dakar 2026 durch Sanddünen unter blauem Himmel
Archivaufnahme: Motorradfahrer bei der Dakar 2026 in Saudi-Arabien. Foto: A.S.O./F. Gooden/DPPI, via Portugal Resident

Route durch Marokko bis Marrakesch

Von Bouarfa im Nordosten Marokkos führt die Strecke entlang des Atlasgebirges über Zagora nach Agadir, wo ein Ruhetag eingeplant ist. In der zweiten Woche geht es tief in den Süden: Smara ist Etappenort, der südlichste Punkt liegt nach Veranstalterangaben fast bei Dakhla. Beide Orte liegen in der von Marokko kontrollierten Westsahara, deren völkerrechtlicher Status umstritten ist. Danach führt die Route erneut über Smara nach Norden und entlang der Atlantikküste ins Ziel nach Marrakesch.

Die Eckdaten laut A.S.O.:

  • ein Prolog und zwölf Etappen, davon eine in Portugal und elf in Marokko
  • Gesamtdistanz: 7.824 Kilometer
  • davon Wertungsprüfungen: 4.341 Kilometer
  • sechs verschiedene Biwaks
  • die meisten Wertungsprüfungen zwischen 350 und 500 Kilometer lang

Die Dakar 2027 ist zugleich der Auftakt der FIA- und FIM-Rally-Raid-Weltmeisterschaft 2027. Dakar Classic, Dakar Future Mission 1000 und das Programm Dakar Saudi Next Gen ziehen nach Angaben des Veranstalters ebenfalls mit um.

Castera: „eine echte Dakar“ trotz kurzer Frist

Zwischen der Absage für Saudi-Arabien und dem geplanten Start liegen nur gut zwei Monate. Dakar-Direktor David Castera verteidigt das Ergebnis: „Trotz des verkürzten Zeitrahmens, mit dem wir zurechtkommen mussten, haben wir eine echte Dakar konzipiert“, sagte er laut MFE Live (Übersetzung aus dem Französischen). Die Veranstaltermitteilung kündigt eine Dakar „ohne Zugeständnisse“ an. Ob die marokkanische Route sportlich an frühere Ausgaben heranreicht, ist eine Erwartung des Veranstalters und wird sich erst im Januar zeigen.

Nach Castera haben sich bereits 350 Teilnehmer angemeldet. Eine Aufschlüsselung nach Klassen, etwa für die Motorräder, liegt bisher nicht vor. Castera kündigte außerdem an, dass die Dakar wie gewohnt in mehr als 190 Ländern übertragen werde.

Rallye-Motorradfahrer auf einer Düne im Abendlicht mit Staubfahne
Archivaufnahme: Tosha Schareina (Monster Energy Honda HRC) auf der achten Etappe der Dakar 2026 am 12. Januar 2026 bei Wadi Ad-Dawasir, Saudi-Arabien. Foto: A.S.O./F. Gooden/DPPI, via dakar.com

Quellen- und Bildnachweise

Published inAllgemein