Zum Inhalt springen

FIM Rallys 2/3: FIM Europe Tout Terrain Rally Cup

Last updated on 20. August 2026

FIM Europe Tout Terrain Rally Cup

Der FIM Europe Tout Terrain Rally Cup ist eine europäische Rally-Raid-Serie für Motorräder, Quads und SSV. Er wird von FIM Europe organisiert und bildet sportlich eine Stufe unterhalb der weltweiten FIM-Rally-Raid-Meisterschaften. Die Veranstaltungen sind echte Langstreckenrallyes: Jeder Lauf muss mindestens 800 Kilometer umfassen und mindestens vier Tage dauern; pro Saison sind höchstens fünf Läufe vorgesehen.

Die Klassen

Für 2026 nennt das Reglement folgende Kategorien:

  • M1 125–390 cm³
  • M2 400–475 cm³
  • M3 480–600 cm³, Einzylinder
  • M4 650–750 cm³, Einzylinder
  • M5 650–1300 cm³, Zweizylinder
  • Dazu kommen Wertungen für Women, Veteran 55, Quad und SSV.

M5 ist derzeit besonders interessant, weil dort die großen Zweizylinder-Rallybikes wie Aprilia Tuareg und Triumph Tiger antreten. Die leichteren 450er Rallymaschinen fallen typischerweise in M2. Dadurch treffen sehr unterschiedliche Konzepte aufeinander: leichte, agile Einzylinder gegen schwerere, leistungsstärkere Zweizylinder.

Wertung und Punkte

Die Gesamtzeit eines Laufes setzt sich aus den Zeiten der Wertungsprüfungen und sämtlichen Strafen zusammen. Der Fahrer mit der niedrigsten Gesamtzeit gewinnt.

Die Cup-Punkte für besten 15 reichen von:
20-17-15-13-11-10-9-8-7-6-5-4-3-2-1

Längere Rallyes erhalten einen Multiplikator:
• vier Tage: Faktor 1,0,
• fünf bis sechs Tage: Faktor 1,25,
• sieben bis acht Tage: Faktor 1,5.

Zusätzlich gibt es Bonuspunkte für die Teilnahme an mehreren Saisonläufen. Wer drei Läufe fährt, bekommt fünf Bonuspunkte; bei vier Läufen sind es zehn, bei fünf Läufen 15 Punkte. Das belohnt nicht nur einzelne Siege, sondern auch eine vollständige Saison.

Strafen und Weiterfahren trotz Problemen

Das System erklärt auch einige der sehr hohen Zeiten in der RO-Rally-Wertung.
Wer eine Wertungsprüfung nicht startet, kann die Zeit des letzten regulären Fahrers plus sechs Stunden erhalten. Wer eine Prüfung beginnt, aber nicht beendet, bekommt eine errechnete Zeit einschließlich Wegpunktstrafen. Fehlende Kontrollpunkte kosten normalerweise 15 Minuten, fehlende Zeitkontrollen 30 Minuten.

Dadurch kann ein Fahrer nach einem Defekt oder Navigationsproblem oftmals am nächsten Tag weiterfahren, liegt aber mit einer enormen Strafzeit weit hinten. Das dürfte beispielsweise hohe Etappenzeiten wie die von Tim Duerr bei der RO Rally erklären, ohne dass das konkrete Reglement allein die Ursache seines Falles bestätigt. In der offiziellen RO-Rally-Wertung werden solche auffällig hohen Zeiten mehrfach sichtbar.

Sicherheit

Das Reglement verlangt unter anderem:

  • permanentes Satelliten-Tracking,
  • Warnsysteme für Überholvorgänge und Fahrzeuge,
  • Mobiltelefon und Erste-Hilfe-Ausrüstung,
  • mindestens zwei Liter Wasser,
  • Rettungsdecke und Feuerlöschmittel,
  • medizinische Fahrzeuge an Start, Ziel und etwa alle 100 Kilometer einer Wertungsprüfung.

Die ersten zwei Fahrer, die zu einem Unfall kommen, müssen anhalten und helfen. Die dabei verlorene Zeit kann ihnen gutgeschrieben werden.
Ein wichtiger Punkt: Die Rallyes verlaufen teilweise auf Straßen, die für den öffentlichen Verkehr offen sind. Nur der Prolog muss vollständig gesperrt sein; Wertungsprüfungen müssen mit verfügbaren Mitteln gegen Verkehr geschützt werden. Gleichzeitig verpflichtet das Reglement die Fahrer ausdrücklich, mit zivilen Fahrzeugen zu rechnen und Verkehrsregeln einzuhalten.

Die Saison 2026

  1. Galicia Rally, Spanien: rund 1.635 Kilometer, davon ungefähr 1.355 Kilometer Wertungsprüfungen. Sieger wurde Jacopo Cerutti vor Thomas Marini.
  2. Hellas Rally Raid, Griechenland: fast 1.700 Kilometer Wertungsprüfungen durch Berge, Wälder und felsiges Gelände. Erneut gewann Cerutti.
  3. RO Rally Marathon, Rumänien: sieben Etappen durch Wälder, über schnelle Schotterpisten, Hügel und schwierige Navigationsabschnitte. Thomas Marini gewann.
  4. Sandalion Rally, Italien: Saisonabschluss in Oliba Sardinien am 13.-17. Oktober

Stand 2026

  1. Thomas Marini (San Marino / Aprilia) – 67
  2. Jacopo Cerutti (Italien / Aprilia) – 50 Punkte
  3. Maikol Reboldi (Italien / Triumph) – 41 Punkte
  4. Alexandru Daniel Goran (Rumänien / Husqvarna) – 35 Punkte
  5. Daniele Livi (Italien / Husqvarna) – 29 Punkte

Historisch prägende Namen

Einige Fahrer verbinden die verschiedenen Entwicklungsphasen:

  • Joan Pedrero gewann den Saisonauftakt 2019.
    • 15 Dakar-Teilnahmen
    • HarleyDavidson Werksfahrer
    • Beim Africa Ecorace Gesamt Top 10 und Klassensieger mit PanAm 1250
  • Leonardo Tonelli dominierte die Hellas Rally 2019.
    • mehrfacher italienischer Motorally- und Raid-TT-Meister
    • Dakar Finisher 2022 auf Husqvarna
  • Loïc Minaudier gewann 2021 in Griechenland.
    • 5 maliger Finischer der Rally Dakar mit Motorrad
  • Tobias Ebster dominierte 2023 die Dinaric Rally.
    • Zweimaliger DakarFinisher in der MalleMoto
    • Werksfahrer von Hero
  • Jacopo Cerutti brachte mit Aprilia ab 2025/26 stärkeres Werksengagement in die Serie.
    • unangefochtene Nummer 1 des italienischen Rally-Raid-Sports und Werkspilot für das Aprilia Tuareg Racing Team
    • 2024 Sieg des Africa Eco Race mit Aprillia Tuareg 660 auf Anhieb
    • 6 Dakar und dabei 3-mal unter Top 20
    • Schwerer Unfall auf der RO-Rally
  • Thomas Marini wurde 2026 zum wichtigsten Rivalen Ceruttis.
    • Teamkollege von Cerutti im Werksteam von Aprilia
    • Aktuell Führender nach Sieg auf der RO-Rally

Einordnung

Der Cup ist besonders interessant, weil er professionelle Werksteams und ambitionierte Privatfahrer zusammenbringt. Bei der Galicia Rally 2026 starteten 118 Motorräder, davon 40 Fahrer in der FIM-Europe-Wertung; bei
der Hellas Rally waren mehr als 150 Motorrad- und Quadfahrer dabei, davon 46 Cup-Teilnehmer.
Er ist damit keine reine Amateurserie, aber auch nicht so abgeschottet und teuer wie die Rally-Raid-Weltmeisterschaft. Fahrer können einzelne Veranstaltungen mit einer passenden FIM-Europe-Lizenz bestreiten, benötigen aber eine reguläre Fahrerlaubnis, ein technisch regelkonformes Motorrad und die vorgeschriebene Sicherheitsausrüstung.
Aus deutscher Sicht
war der stärkste Auftritt bei der RO Rally Jan Hendrik Erbach: Gesamtsechster und Zweiter der nationalen M2-Wertung. Claudius Flogaus wurde Gesamt-20., Tim Duerr Gesamt-45.

Published inAllgemein

Bosnia Rally 2026

Last updated on 20. August 2026

Die Bosnia Rally 2026 wurde vom 12. bis 18. Juli 2026 mit Basislager in Kupres ausgetragen. Trotz ihres Namens war sie ausdrücklich kein Rennen, sondern ein fünftägiges Roadbook- und Offroad-Training unter möglichst realistischen Rallyebedingungen. Es gab technische Abnahme, tägliche Fahrerbriefings, GPS-Tracking, Checkpoints, medizinische Betreuung und ein Fahrerlager – aber keine Zeitnahme, keine Rangliste und keinen Gesamtsieger.
Nach Veranstalterangaben umfasste das Programm fünf Etappen mit insgesamt ungefähr 1.300 bis 1.400 Kilometern.

Landschaft rund um Kupres

Kupres liegt auf einer weiten Hochebene in ungefähr 1.300 Metern Höhe, umgeben von Bergen und ausgedehnten Wäldern. Die Landschaft verbindet offene Hochflächen mit dichter bewaldeten Gebieten und einem großen Netz aus Schotter-, Forst- und Feldwegen. Der Veranstalter beschreibt die Region als Gebiet mit trockener Steppe, feuchtemWaldboden und Pisten in praktisch alle Himmelsrichtungen.

Gerade diese Wechsel machen das Gebiet für Rallytraining interessant:

  • offene, schnelle Schotterpisten auf dem Plateau,
  • enge Waldwege mit eingeschränkter Sicht,
  • steinige und ausgewaschene Abschnitte,
  • schlammige Passagen nach Regen,
  • Wasserdurchfahrten und einzelne Singletrails.

Etwa 75 Prozent der Strecke bestanden laut Veranstalter aus Schotterpisten und unbefestigten Wegen; die FAQ spricht insgesamt sogar von rund 85 Prozent Offroad-Anteil.
Auch die Tierwelt gehört zum besonderen Charakter der Region. Der Veranstalter weist darauf hin, dass Fahrer dort unter anderem auf Schaf- und Rinderherden, Wildpferde und möglicherweise sogar Bären treffen können. Das ist weniger als touristische Ausschmückung zu verstehen als als Hinweis darauf, dass die Strecken durch weitgehend offene Natur- und Weidegebiete führen.

Strecke und Schwierigkeitsgrad

Die Bosnia Rally richtete sich ausdrücklich nicht an Offroad-Anfänger. Teilnahmevoraussetzung waren Erfahrung auf Schotter und losem Untergrund sowie ein

straßenzugelassenes, technisch geeignetes Enduromotorrad. Normale Straßenreifen waren nicht zugelassen beziehungsweise praktisch ungeeignet; empfohlen wurden robuste Reifen für harten Schotter.

Der Schwierigkeitsgrad lässt sich sinnvoll in drei Bereiche aufteilen.

  • Fahrtechnisch: anspruchsvoll
    Steine, Schlamm, Wasserdurchfahrten und schmale Wege verlangen saubereEndurotechnik. Besonders mit einem schwerenAdventure-Bike können langsame, steile oder ausgewaschene Abschnitte sehr anstrengend werden. Die Herausforderung liegt nicht in einem einzelnen extremen Hindernis wie beimHard Enduro, sondern in der dauerhaften Kombination aus losem Boden, Länge und wechselnden Verhältnissen.
  • Konditionell: hochFünf Fahrtage und rund 1.300 Kilometer bedeuten mehrere lange Tage auf dem Motorrad. Auch ohne Zeitdruck müssen die Teilnehmer dauerhaft konzentriert bleiben, das Motorrad im Gelände kontrollieren und gleichzeitig navigieren. Der entspannte Trainingscharakter verhindert zwar Renndruck, macht die Strecken selbst aber nicht leicht.
  • Navigation: zentraler Schwerpunkt
    Der eigentliche Sinn der Veranstaltung war das Training mit Papier-Roadbook, elektronischem Roadbook oder GPS. Dabei mussten die Fahrer Abzweigungen, Entfernungen, Gefahrenhinweise und Streckenmerkmale selbstständig interpretieren. Für elektronische Roadbooks unterstützte die Organisation die Terrapirata-App; GPS-Fahrer erhielten die GPX-Daten vor der Veranstaltung.

Ein Navigationsfehler bedeutete hier k

eine Zeitstrafe, konnte aber trotzdem zu zusätzlichen Kilometern, Kraftstoffproblemen oder einem sehr langen Tag führen.

Obwohl keine Wertung stattfand, orientierte sich der Ablauf an einer klassischen Rally-Raid-Veranstaltung:

  1. Anreise, Akkreditierung und technische Kontrolle
  2. Installation und Einweisung derNavigationsausrüstung
  3. tägliche Ausgabe beziehungsweise Freischaltung des Roadbooks
  4. Start der Fahrer in zeitlichen Abständen
  5. Checkpoints, Servicepunkte und Pausenstopps auf der Strecke
  6. GPS-Tracking durch die Organisation
  7. tägliches Fahrerbriefing für die nächste Etappe.

Die fünf Hauptetappen wurden vom 13. bis 17. Juli gefahren. Am Abend des letzten Fahrtages war eine gemeinsame Finish-Party vorgesehen.

Klassen und Kategorien

Bei der Bosnia Rally gab es keine Klassen im Sinne einer Motorsportmeisterschaft, weil keine Zeiten genommen und keine Platzierungen vergeben wurden. Begriffe wie M1, M2 oder FIM5, wie bei der RO Rally, spielten deshalb hier keine Rolle.

Stattdessen unterschied die Veranstaltung vor allem nach Navigationsart und Motorradtyp.

  • Roadbook-Fahrer
    Diese Teilnehmer navigierten mit klassischer Papierrolle oder elektronischem Roadbook. Das entspricht am ehesten dem Ablauf einer echten Rally Raid und war der Schwerpunkt der Veranstaltung.
  • GPS-Fahrer
    Alternativ durfte mit einem trackfähigen GPS-Gerät oder einer geeigneten App gefahren werden. Diese Kategorie war leichter zugänglich, weil der Fahrer einer vorgegebenen Linie folgen konnte, statt jede Roadbook-Notiz interpretieren zu müssen.
  • Sportenduros und leichte Rallymotorräder
    Leichtere Enduros haben auf technischen Wald- und Steinstrecken Vorteile. Sie lassen sich leichter auffangen, anheben und durch enge Passagen bewegen. Teilnehmen durfte grundsätzlich jede geeignete Enduro, sofern sie straßenzugelassen war und die vorgeschriebene Reichweite erreichte.
  • Adventure-Motorräder
    Für größere Motorräder ab ungefähr 160 Kilogramm wurde eine besondere ADV-Route vorbereitet. Diese umging ausgewählte selektive oder für schwere Motorräder problematische Abschnitte. Die Fahrer konnten bei Bedarf auf diesen Track wechseln. Das machte die Veranstaltung auch für große Reiseenduros zugänglich, ohne den fahrtechnischen Anspruch vollständig zu entfernen.
  • Extra Class
    Am 11. Juli fand eine zusätzliche Einsteigerklasse für Roadbook-Neulinge statt. Behandelt wurden das Markieren und Einspannen des Roadbooks, die Kalibrierung des Kilometerzählers, die Bedienung der Navigation sowie der Startablauf. Anschließend folgte ein Übungsprolog von ungefähr 70 Kilometern.

Wichtig ist die Unterscheidung: Die Extra Class war für Navigationsanfänger gedacht. Die eigentliche fünftägige Bosnia Rally blieb dennoch eine Veranstaltung für Fahrer mit vorhandener Offroad-Erfahrung.

Motorräder und technische Anforderungen

Das Motorrad musste straßenzugelassen und in gutem Zustand sein. Vorgeschrieben war eine Reichweite von mindestens 150 Kilometern. Für kleinere Tanks konnten teilweise externe Tankstopps organisiert werden; Kraftstoffflaschen am Körper waren aus Sicherheitsgründen verboten.

Bei den Reifen empfahl die Organisation harte Schotterbereifung. Für leichtere Motorräder gilt im Rallysport Mousse häufig als bevorzugte Lösung gegen Plattfüße. Fahrer großer Adventure-Bikes mit Schläuchen sollten in der Lage sein, unterwegs selbst eine Reifenpanne zu reparieren.

Diese Anforderungen zeigen gut, worum es bei der Veranstaltung ging: nicht um maximale Motorleistung, sondern um Zuverlässigkeit, Reichweite, Navigation und die Fähigkeit, Probleme unterwegs selbst zu lösen.

Stories

  • Nach lokalen Medienberichten kamen 2026 – 453 Fahrer aus 16 Ländern nach Kupres. Die Hochebene und der Stadtpark wurden vor dem Start zum Treffpunkt einer großen internationalen Motorradgemeinschaft. Die örtliche Berichterstattung sprach von Hunderten Motorradfahrern, die das sonst eher ruhige Kupres für eine Woche zumRallyzentrum machten.
  • Teilnehmer
    Die Veranstaltung war damit nahezu exakt zur Hälfte zwischen GPS- und Roadbook-Navigation aufgeteilt. Auffällig ist allerdings, dass in der GPS-Gruppe wesentlich mehr schwere Adventure-Motorräder vertreten waren: Dort standen 94 ADV- gegenüber 135 MOTO-Nennungen. In der Roadbook-Gruppe dominierten dagegen mit 170 von 224 Nennungen deutlich die leichteren MOTO-Maschinen.
  • Training statt Ellenbogenrennen
    Die wahrscheinlich interessanteste Besonderheit ist, dass die Bosnia Rally bewusst auf eine Zeitnahme verzichtet. Bei vielen Rallyveranstaltungen fahren Teilnehmer trotz Amateurstatus gegeneinander und riskieren dadurch Fehler oder Stürze. In Kupres sollte dagegen das saubere Ankommen, Navigieren und Lernen im Mittelpunkt stehen. Dadurch konnten sich Fahrer an Checkpoints oder Pausenstopps wieder treffen, Erfahrungen austauschen und bei Problemen helfen, ohne ihre eigene Platzierung zu gefährden. Die familiäre Atmosphäre ist kein Begleitprogramm,sondern Teil des eigentlichen Veranstaltungskonzepts.
  • Leichte Enduros und große Reiseenduros auf derselben Veranstaltung
    Die Mischung aus schlanken Sportenduros und schweren Adventure-Motorrädern sorgt naturgemäß für sehr unterschiedliche Erlebnisse. Wo ein leichter Einzylinder problemlos durch einen ausgewaschenen Waldweg kommt, kann eine große Zweizylinder-Reiseenduro viel Kraft und Teamarbeit verlangen. Die ADV-Umfahrungen waren daher keine reine „leichte Klasse“, sondern ein Sicherheits- und Zugänglichkeitskonzept. Ein großer Teil der normalen Route blieb auch für ADV-Fahrer anspruchsvoll.
  • Der 70-Kilometer-Prolog für Neueinsteiger
    Ungewöhnlich ist auch, dass der Prolog nicht zur Bestimmung einer Startreihenfolge diente. Er war ausschließlich Teil der Extra Class und als praktische Prüfung nach dem Roadbook-Unterricht gedacht. Die Teilnehmer konnten Fehler unter Beobachtung machen, bevor am nächsten Tag die eigentliche Veranstaltung begann.

Fazit

Die Bosnia Rally 2026 war keine Rally im klassischen Wettbewerbsverständnis, sondern ein realitätsnahes Roadbook-Trainingscamp. Sie verband fünf lange Offroad-Etappen mit der Landschaft der Kupres-Hochebene: offene Hochflächen, schnelle Schotterwege, dichte Wälder, Steine, Schlamm, Wasser und enge Trails.

Der Anspruch war hoch genug, dass Offroad-Erfahrung ausdrücklich vorausgesetzt wurde. Gleichzeitig nahm der Verzicht auf Zeitnahme viel Druck aus der Veranstaltung. Dadurch eignete sie sich besonders für Fahrer, die Rally-Navigation, lange Fahrtage und den Umgang mit ihrem Motorrad trainieren wollten, ohne sofort an einem echten Wertungslauf teilzunehmen.

Die prägendste Geschichte war deshalb nicht ein Sieger, sondern das Konzept selbst: Fahrer aus mehr als 14 Ländern, vom leichten Rallybike bis zur schweren Adventure-Enduro, gemeinsam auf anspruchsvollen bosnischen Pisten – mit Schwerpunkt auf Navigation, Ausdauer und Ankommen statt auf Sekunden und Pokalen.

Published inAllgemeindigitales RoadbookNavigationNewsRallyRoadbook

FIM Rallys 1/3: W2RC

Last updated on 20. August 2026

Bei der Aufbereitung der RO-Rally, und auch schon vorher, sprang mir der FIM Europe Tout Terrain Rally Cup in Auge. Einige Rallies, wie die Hellas Rally sind Teil von diesem Cup und weisen in der Auswertung auch spezielle FIM Ranglisten aus. Auch die RO Rally Marathon ist so eine. Dies möchte ich zum Anlass nehmen etwas über die Rally „Ligen“ der FIM auszuführen.

FIM World Rally-Raid Championship – W2RC

Die FIM World Rally-Raid Championship ist die höchste internationale Kategorie. Sie bildet gemeinsam mit der FIA-Autowertung die World Rally-Raid Championship, kurz W2RC, die seit 2022 ausgetragen wird.

Der wichtigste Motorradtitel wird in der Klasse RallyGP vergeben. Dort starten die professionellen Werksfahrer und Spitzenteams, unter anderem von KTM, Honda und Hero.

Daneben gibt es innerhalb der Veranstaltungen weitere Wertungenwie:

  • RallyGP für professionelle Werksteams und Spitzenfahrer
  • Rally2 für Privatfahrer und Nachwuchspiloten
  • Rally3 für seriennähere Enduro-Motorräder
  • Juniorenwertungen in Rally2 und Rally3
  • Frauenwertung
  • Veteranenwertung
  • Quads

Die Bezeichnungen „World Championship“ und „World Cup“ können parallel auftauchen: Der eigentliche FIM-Weltmeistertitel betrifft vor allem RallyGP, während die übrigen Kategorien als FIM-Cup- beziehungsweise Trophy-Wertungen geführt werden.

Saison 2026

Der Kalender umfasst 2026 fünf Läufe auf vier Kontinenten:

  1. Rally Dakar, Saudi-Arabien
  2. Rally-Raid Portugal
  3. Desafío Ruta 40, Argentinien
  4. Rallye du Maroc
  5. Abu Dhabi Desert Challenge

Die Dakar ist 2026 der einzige sogenannte Marathon-Lauf und besitzt deshalb eine höhere Punktegewichtung. Abu
Dhabi bildet erstmals das Saisonfinale.

Punktesystem

Bei normalen FIM-Rallyes erhalten die ersten 15 Fahrer Punkte nach dem Schema:
25–20–16–13–11–10–9–8–7–6–5–4–3–2–1

Für einen Marathon-Lauf wie die Dakar gilt ein Koeffizient von 1,5. Anders als in der FIA-Autowertung werden bei den Motorrädern grundsätzlich keine zusätzlichen WM-Punkte für einzelne Etappen vergeben. Die FIM will damit Konstanz und das sichere Erreichen des Ziels stärker gewichten als einzelne Etappensiege.

Aktueller Stand

Nach den ersten drei Läufen führt:

  1. Daniel Sanders – KTM: 67 Punkte
  2. Tosha Schareina – Honda: 64 Punkte
  3. Luciano Benavides – KTM: 61 Punkte
  4. Ricky Brabec – Honda: 54 Punkte
  5. – Honda: 41 Punkte

Damit liegen Sanders, Schareina und Benavides vor den beiden verbleibenden Läufen nur sechs Punkte auseinander. Die Entscheidung dürfte daher erst bei der Rallye du Maroc oder beim Finale in Abu Dhabi fallen.

Einordnung


Die W2RC ist keine reine Dakar-Meisterschaft. Die Dakar ist zwar der längste und bekannteste Lauf, ein Weltmeister muss aber über die gesamte Saison auf sehr untersc
hiedlichen Untergründen überzeugen: schnelle und schlammige Pisten in Portugal, südamerikanisches Hochgeschwindigkeits- und Dünengelände, anspruchsvolle Navigation in Marokko und tiefer Sand in Abu Dhabi.
Zusammengefasst: Die FIM-Rally-Raid-Weltmeisterschaft verbindet Ausdauer, Navigation, Technik und Risikomanagement. RallyGP ist die professionelle Königsklasse, während Rally2, Rally3, Quads sowie Junioren-, Frauen- und Veteranenwertungen die breitere sportliche Pyramide bilden.

Published inAllgemein

Neues Gelaber und kleine Änderungen

Hallo liebe Community. Ich bin der Thomas oder auch Ruth. Als Co-Macher mit dem Chris, habe ich mich hinsichtlich der Inhalte in der letzten Zeit etwas rar gemacht, bzw. trat nicht in Erscheinung. Das soll sich nun Ändern und ich versuche den Blog in Zusammenhang mit einem Podcast wieder zu beleben.

Jepp ich habe einen Podcast mit dem Rally Thema gestartet. „Make It Rally“, so der Name des Lauschstücks, erscheint monatlich und behandelt die Welt der Amateurrallys aus dem Vormonat. Wenn Ihr nicht so gut in Steno seit, dann erlaube ich mir an dieser Stelle Textbeiträge zu setzen, die mit den entsprechenden Themen des Podcasts koorperieren und ggf. mehr in die Tiefe gehen, Die O-Töne gibts aber nur im Podcast und den erreicht Ihr aktuell unter:

weitere Plattformen werden folgen.

Zu diesem Zeitpunkt arbeite ich gerade an der dritten Folge über die Bosnia und der RO-Rally. Es würd mich freuen, wenn ein paar geneigte Hörer sich dahin verirren und ggf. auch Kommentare abgeben.

Published inNews

MIRA – Phönix aus der Asche

Last updated on 30. Juli 2026

Keine Community steht so sehr für Zusammenhalt wie die Rally-Community. Genau diesen brauchen wir jetzt auch. In einem vorangegangenen Blog habe ich schon über MIRA geschrieben – eine Marke, die seit Jahren beste Bekleidung für unseren Sport liefert und für viele von uns ein fester Bestandteil unserer Rally-Reisen geworden ist.

Anfang des Jahres schlug dann das Schicksal hart zu: Die Produktionsstätte ist komplett abgebrannt. Zahlreiche Maschinen, Rohstoffe und fertige Produkte gingen verloren. Die Prozesse mit den Versicherungen ziehen sich, und aktuell ist noch offen, ob und in welchem Umfang überhaupt etwas reguliert werden kann. MIRA ist nicht nur ein Familienbetrieb – dort hängen auch Arbeitsplätze dran, die dringend gebraucht werden.

Und trotzdem: Bei MIRA merkt man sofort dieses Rally-Mindset. Dieses „Aufgeben ist keine Option“, das wir alle aus unserem Sport kennen. Genau das zeigt sich jetzt auch im Alltag. Schnell wurde eine neue Produktionsstätte gefunden. Es wurde repariert, improvisiert, organisiert – und tatsächlich sind die ersten MIRA-Jacken bereits wieder in Produktion. Das verdient einfach Respekt.

Aber klar ist auch: Es fehlt noch an vielen Stellen. Und genau hier kann unsere Community zeigen, was sie ausmacht.

Ich wollte deshalb keinen klassischen Spendenaufruf machen – das fühlt sich für mich einfach nicht richtig an. Ich wollte etwas schaffen, das verbindet.

Mit der Hilfe von Bend Motowear und Shirt-King habe ich deshalb ein MIRA-„Rise of the Phoenix“-Shirt gestaltet. Ein kleines Symbol dafür, dass man auch nach einem Rückschlag wieder aufstehen kann. Wenn ihr möchtet, könnt ihr damit Teil dieses Neustarts werden. Bilder des Shirts findet ihr am Ende dieses Beitrags.

Das Ganze funktioniert ganz unkompliziert:
Ab einem Betrag von 45 € (Versand ist inkludiert) bekommt ihr ein Shirt. Der komplette Erlös geht direkt als Spende an MIRA.

Ihr schickt den Betrag einfach per PayPal über diesen Link an mich: https://www.paypal.com/pools/c/9miIa4mhey

Bitte gebt in der PayPal-Nachricht euren Namen, eure Adresse und eure gewünschte Größe an. Wenn Fragen auftauchen, erreicht ihr mich jederzeit unter mira@road2rally.de.

Wir sammeln die Bestellungen bis zum 25.02.2026. Der Versand erfolgt dann etwa ein bis zwei Wochen später. Ich organisiere das selbst – also habt bitte ein kleines bisschen Geduld. Es ist kein Hochglanz-Online-Shop, sondern eine Community-Aktion von uns für uns.

Und genau darum geht es: Zusammenhalt. Unterstützung. Rally-Spirit – auch abseits der Strecke.

Danke euch von Herzen für jede Unterstützung. Wirklich.

Euer
Chris von Road2Rally

Published inAllgemein

Road2Rally – mein wichtigstes Projekt bisher

Last updated on 25. September 2025

Das Road2Rally-Buch ist für mich persönlich das bisher wichtigste Projekt rund um den Rallyesport. Seit ich etwa elf Jahre alt bin, hat mich die Faszination Dakar gepackt. Mit ungefähr 14 habe ich begonnen, das Rennen aktiv zu verfolgen – und schon damals war da dieser Wunsch: Das will ich auch machen.

Doch ich hatte niemanden, der Erfahrung hatte. Nicht einmal jemanden, der Enduro oder Motocross fuhr. Am Ende hat es über 20 Jahre gedauert, bis ich das erste Mal bei einem Roadbook-Training selbst am Start stand.

Genau deshalb ist dieses Buch entstanden. Meine Motivation: alles bündeln, was mir damals den Einstieg erleichtert hätte. All die Infos, die mir Mut gegeben hätten, einfach loszugehen, mich anzumelden und direkt vor Ort zu lernen.

Durch meinen Podcast Dakar.FM und den Rally Talk habe ich inzwischen ein starkes Netzwerk im Rallyesport. Dadurch konnte ich im Buch Tipps und Erfahrungen von Dakar-Finishern wie Mike Wiedemann, Willem Avenant und Justin Gerlach einfließen lassen – ebenso wie wertvolles Wissen von Werksfahrer Tobias Ebster. So ist praxisnahes und bewährtes Know-how eingeflossen, ergänzt durch meine eigenen Erfahrungen.

Das Buch deckt wirklich vieles ab:

  • eine Übersicht über Rallye-Events,
  • hilfreiche Gruppen und Netzwerke in den sozialen Medien,
  • eine vollständige Packliste,
  • praxisnahe Tipps zur Vorbereitung.

Natürlich wird es in einer zweiten Auflage noch Ergänzungen und vertiefte Themen geben – aber die Basis steht.

Meine Mission ist klar: den Einstieg in den Rallyesport einfacher machen. Ich möchte so vielen Menschen wie möglich Mut geben, dieses Abenteuer zu starten.

👉 Das Road2Rally-Buch ist erhältlich auf Amazon – auf Deutsch und Englisch.

Unter dem Titel: Roadbook to Rally: Dein Einsteigerleitfaden in den Rally-Sport

Published inAllgemein

Kove 450 Rally – der machbare Rally-Traum für viele?

Seit April 2025 fahre ich die Kove 450 Rally in der hohen Fahrwerksvariante mit Kayaba-Komponenten. Die ersten Eindrücke stammen aus dem Alltag, im Mai folgte direkt der Einsatz bei der Bosnia Rally über 1.400 Kilometer. Die Kove war dabei quasi noch im Neuzustand – gerade einmal 300 Kilometer hatte ich zuvor abgespult, davon etwa 50 km Offroad.

Ich selbst bin 1,73 m groß – eine Größe, bei der sich viele Fahrer die Frage stellen, ob die hohe oder niedrige Fahrwerksvariante besser geeignet ist. Für mich war klar: Ich bin von Sportenduros eine gewisse Sitzhöhe gewohnt und fühle mich mit der höheren Geometrie wohl. Die Entscheidung für die High-Version hat sich für meinen Einsatzzweck – Rally und technisches Gelände – bewährt.

Hintergrund & technische Eckdaten

Die Kove 450 Rally ist ein straßenzugelassenes Rally‑Bike mit 449 ccm Einzylindermotor, flüssigkeits‑ und ölgekühlt (inkl. Ölkühler), abgestimmt auf Euro 5+. Serienmäßig leistet es 42 PS bei 8.500 U/min, 35–40 Nm bei 6.500–7.000 U/min


Während der offizielle Testwert bei etwa 51 PS in Rennkonfiguration liegt. Gewichtstechnisch bringt sie im Alltag fahrfertig rund 155 kg auf die Waage . Je nach Ausstattung (High- oder Low‑Version) variiert der Federweg zwischen 305/300 mm und 260/250 mm, bei Sitzhöhen von ca. 960 mm bzw. 910 mm .

Die Kove hat sich durch drei private Teams beim Dakar 2023 bewehrt – alle kamen ins Ziel, was unter den Rally-Teilnehmern für Aufmerksamkeit sorgte. Zudem wird das Bike gerne als Kundenbikes bei zum Beispiel Freedom Rally Racing eingesetzt.


Meine Erfahrung im realen Gelände

Seit April nutze ich die HIGH‑Version (Kayaba-Setup) mit etwa 300 km Laufleistung, davon rund 50 km Offroad – anschließend 1.400 km beim Bosnien-Rallye, inklusive anspruchsvoller Geländeabschnitte und Anstiegen über 1.700 m.

Die Modifikationen umfassten:

  • Breiterer Lenker
  • Offener Luftfilter mit De-Cat-Krümmer + originalem Endtöpfen
  • Coober-ECU (Performance Mapping, ca. 48 PS statt 42 PS)
  • Acerbis Handguards
  • Kurzhebel für Kupplung / Bremse
  • Nav-Tower von Twalcom mit flacher Einbauposition

Diese Anpassungen verbesserten Ansprechverhalten und Leistung spürbar. Wichtig ist dabei zu beachten, dass bei einer Nutzung des offenen Luftfilters mit verbautem Katalysator der Zylinderkopf thermische Probleme bekommen kann und zu heiß wird. Daher würde ich immer eine Verbindungsrohr ohne Cat bei Umrüstung auf den Sportluftfilter empfehlen.


Handling auf unterschiedlichen Untergründen

Schotterpisten: Gleichmäßiges Ansprechverhalten, hohe Laufruhe, Fahrwerk federt gut. Bei Geschwindigkeiten über 140 km/h merkt man das leistungstechnische hier langsam die Genze kommt.
Wald-/Forstwege: Agilität und Stabilität passen gut, Bremsen packen zuverlässig.
Loses Geröll: Stabil und sicher, die tief liegenden Fronttanks stören die Balance nicht. Vergleich zur Sportenduro: fühlbar schwerer, aber nicht unhandlich.
Steile Anstiege: Traktion und Leistungsabgabe ausreichend. Zum Frontwheel-Lift braucht es etwas mehr Kupplungseinsatz.
Technisches Gelände: Wendigkeit vorhanden, aber Gasannahme im langsamen Bereich etwas unruhig trotz Mapping. Insgesamt kein schlechter Eindruck.


Navigation & Ergonomie

Die Ergonomie stimmt auf dem Motorrad für mich von Grund auf. Lediglich ein breiterer Lenker mit etwas weniger Kröpfung, was aber eher meiner Persönlichen Vorliebe von der Fahrposition her geschuldet ist. Die Kirsche auf der Sahen wäre es die Fußrasten um ca. 1cm weiter nach hinten zu versetzen. Aber auch das ist meine persönliche Präferenz. Die Bedienbarkeit aller Schalter etc. ist absolut problemlos.

Zur Montage meiner Navigations-Ausrüstung habe ich etwas länger gesucht. Ich wollte eine möglichst flache Position des Roadbooks. Viele Lösungen vielen daher raus. Bei Twalcom hatte ich bereits gute Erfahrungen mit dem Nav Tower Light an meiner Beta gesammelt und wurde auch diesmal fündig.
Der Twalcom Nav-Tower erwies sich als optimal: flache, vibrationsarme Montage, Roadbook auf sportlicher Höhe im Blickfeld, montiert stabil für Rallyeinsatz.


Stärken der Kove 450 Rally

  • Geometrie & Ergonomie stimmen
  • Hochwertiges Fahrwerk (Yuan/Kayaba) mit ausreichendem Federweg
  • Stabil bei hohem Tempo, dennoch agil genug im technischen Terrain
  • Mit Coober-ECU moderat gesteigerte Leistung (~48 PS)
  • Relativ preiswerte Ersatz- & Verschleißteile, gute Verfügbarkeit aftermarket
  • Wartungszugang (Luftfilter, Elektronik) gut gelöst
  • Umfangreiches Zubehör mittlerweile vorhanden (z. B. Arrow, Twalcom)
  • Herausragendes Preis-Leistungs-Verhältnis – rund 9.000 € UVP in Europa (CH/IT, Zollluft inkl.), in USA ca. 9.299 USD
  • Entkopplbares ABS serienmäßig, großes TFT Display, USB/Bluetooth

Schwächender Kove 450 Rally

  • Hitzeschutz Tank: Bei mir locker; Verarbeitung teilweise nicht auf Premiumniveau
  • Hecktank-Entlüftung / Benzinhahn: Kein Vorab-Bypass möglich, kostet zusätzliches Zubehör
  • Lenkungsdämpfer-Aufnahme: Standard zu tief montiert, Gefahr von Kontakt zur Steuerrohrschraube
  • Uneinheitliche Schraubenköpfe: Mischformate (Imbus, Torx etc.) erschwert bei Wartung
  • Tankanzeige ungenau: Reserveliter nicht exakt reproduzierbar
  • Hinterradbremse: Verzögert eher weich, blockiert erst spät
  • Gasannahme im Low-Speed: Trotz Mapping noch etwas ruppig

Fazit

Die Kove 450 Rally liefert solide Rallye-Power in einem zugelassenen Paket – und das zu einem Preis, der deutlich unter den etablierten Marken liegt. Sie ist kein High-End-Rennen-Replikat, aber eine sehr interessante Option für Einsteiger oder private Rally-Piloten. Ein bisschen kritisch muss ich aber doch sein. Die 450 Rally von Kove wird gerade oft als das lang erwartetet Einhorn für jeden der ein leichtes Adventure-Bike sucht gehandelt. Das kann die Rally durchaus sein und bietet eine tolle Basis dafür. ABER kommt man von einer Zweizylinder Reiseenduro oder einem gutmütigen Dual-Sportbike wie eine CRF 250 / 300 L kann sich der Start mit der Rally etwas holprig gestallten. Das Bike ist sehr sportlich von der Auslegung sowohl Geometrie aber auch das Ansprechverhalten. Dazu kommt die Geräuschkulisse – hier wurde (gerade mit Sportluftfilter) keine Priorität auf komfort für den Fahrer gelegt. Ansauggeräusch etc. ist alles sehr deutlich wahrnehmbar. Das Getriebe schaltet gut – aber auch eher knackig und kurz. Das ganze Paket ist da sehr nahe an einer Sport-Enduro vom Charakter und daher deutlich roher als die Bikes, der Fahrer die sich überlegen eine Kove 450 Rally als deutlich leichtere Alternative anzuschaffen. Wer Wert auf Komfort auf Asphalt, Service- & Händlernetz legt, sollte daher Alternativen wie die Kove X800 Rally prüfen. Wer primär Wert auf Offroad-Tauglichkeit mit Rallye-Wurzeln legt – und bereit ist, kleinere Eigenmodifikationen zu leisten –, findet in der Kove ein tolles Bike mit enormen Potential.

In meinem Einsatzfall hat sich die Kove extrem gut bewährt. Die Basis stimmt und mit einigen kleinen Modifikationen ist das Bike für mich perfekt für den Rally Einsatz, aber auch das eine oder andere Abenteuer auf Strecken wie dem TET oder ACT.
Und bei aller Sachlichkeit – ein echtes Rally-Bike in der Garage zu haben ist für mich ein lang gehegter Traum!

Published inAllgemein

Dakar Rallye 2026 – Neue Wege, alte Wurzeln und die Zukunft auf zwei Rädern

Last updated on 16. Juni 2025

Die Dakar 2026 steht vor der Tür – und mit ihr eine der spannendsten, tiefgreifendsten Weiterentwicklungen der Rallye der letzten Jahre. Vom 3. bis 17. Januar 2026 treffen sich Fahrer, Teams und Fans zur mittlerweile 7. Ausgabe in Saudi-Arabien – mit neuen Herausforderungen, härteren Etappen und dem klaren Willen, die Wurzeln des Abenteuersports neu zu beleben. Für Motorradfahrer bedeutet das: mehr Autonomie, mehr Navigation, mehr Ausdauer – und vielleicht ein wenig mehr von der alten Magie.

Die Route 2026 – Schleifen, Schleier & Schweiß

Die Rallye startet und endet im Küstenort Yanbu am Roten Meer. Die Gesamtdistanz liegt bei etwa 8.000 km, davon rund 5.000 km Wertungsprüfungen. Dazwischen: ein wohlverdienter Ruhetag in Riad, bevor es zurück in die Schleifen geht.

Was neu ist:
– Kein Empty Quarter mehr – dafür schlau designte Loop-Etappen, die den logistischen Aufwand senken, aber fahrerisch fordernd bleiben.
– Separate Routen für Motorräder und Autos auf vier Etappen – ein cleverer Schritt zur Erhöhung der Sicherheit und Fairness.

Zurück zu den Wurzeln: Die neuen Marathon-Stages

2026 stehen zwei neue Marathon-Etappen auf dem Plan. Und sie tragen den Geist der berüchtigten „48h Chrono Stage“ in sich:

– Kein Service, keine Mechaniker.
– Keine Zelte.
– Übernachtet wird im Nirgendwo.
– Gegessen wird aus Militärrationen.

Hier zeigt sich der Versuch der Organisatoren, der modernisierten Rallye wieder ein raues, ursprüngliches Gesicht zu geben.

Motorräder im Fokus: Navigation, Nerven & neue Chancen

Für die Zweirad-Kategorie bedeutet die neue Struktur eine Rückkehr zu echten Rallye-Skills:
– Navigation rückt noch stärker in den Fokus.
– Taktik beim Reifen- und Energieverbrauch wird entscheidend.
– Junge Fahrer bekommen mehr Rampenlicht.

Mit den Rücktritten von Kevin Benavides und Pablo Quintanilla öffnet sich 2026 auch sportlich eine neue Ära.

Neue Kategorien, neue Chancen: Die Stock-Klasse kommt

Mit Einführung der überarbeiteten Stock-Klasse (T2) schafft Dakar 2026 auch in anderen Kategorien mehr Zugänglichkeit:
– Maximal-Budget: 300.000–500.000 €
– Reduzierte Homologationspflicht
– Robuste, seriennahe Fahrzeuge – z. B. Land Rover Defender

Das Gesamtkonzept der Zugänglichkeit und Vereinfachung inspiriert auch das Motorradfeld.

Mehr Medienzugang, mehr Fanbindung

Ein weiteres Ziel der Dakar 2026: mehr Sichtbarkeit – vor Ort und weltweit:
– Loop-Etappen ermöglichen mehr Medienpräsenz an Schlüsselorten
– Mehr Kamera-Drohnen, leichtere Team-Zugänge
– Verbesserte Fan-Erreichbarkeit über Social Media und Bivouac-Besuche

Nachhaltigkeit & Technik: Mission Zukunft

– Unter Dakar Future müssen alle Elite-Fahrzeuge (Auto & Truck) ab 2026 Ultra-Low-Emission-Standards erfüllen.
– Das Format Mission 1000 wird fortgeführt: Hybrid-, Elektro- und Wasserstofffahrzeuge fahren im Prüfmodus mit – das Bivouac als grünes Testlabor.

W2RC 2026 – Auch im Motorradbereich strategisch relevant

Die Dakar bildet den Auftakt zur FIM World Rally-Raid Championship (W2RC). Der Kalender für 2026:
– Saudi-Arabien (Dakar)
– Portugal
– Marokko
– Argentinien (Desafío Ruta 40)
– Abu Dhabi (anstelle von Südafrika)

Spekulation & Realität: Wie sieht die Zukunft der Motorräder bei einer CO₂-neutralen Dakar 2030 aus?

Ein ambitioniertes Ziel steht im Raum: Die Dakar soll bis 2030 CO₂-neutral sein. Was bei Trucks und Autos durch hybride Antriebe, E-Fuels und Wasserstofflösungen technisch realisierbar scheint, wirft für die Motorradkategorie große Fragen auf.

Mission 1000 testete bislang ausschließlich Elektro-Motorräder – unter realen Bedingungen, aber außer Konkurrenz. Die bisherigen Ergebnisse waren ernüchternd: geringe Reichweiten, thermische Probleme und fragwürdige Haltbarkeit in der Wüste.

Auch das Africa Eco Race wurde bisher nur einmal von einem E-Motorrad bezwungen – weit außerhalb der Konkurrenz.

Drei Szenarien für die Zukunft:
1. Hybrid-Lösungen auf Motorradbasis
2. Synthetische Kraftstoffe (E-Fuels)
3. Separate Klasse mit technischer Öffnung für alternative Antriebe

Fazit: Wenn die Dakar in der Form, wie wir sie heute kennen, 2030 bestehen soll, müssen Lösungen her – keine PR-Versprechen. Vielleicht beginnt das Umdenken nicht mit Verboten – sondern mit Innovation in den Händen der Fahrer und Teams, die schon heute bereit sind, neue Wege zu gehen.

Published inAllgemein

Zwei Legenden verabschieden sich: Pablo Quintanilla & Kevin Benavides treten zurück

Diese Woche endet eine Epoche für den Rally‑Raid‑Sport: Pablo Quintanilla und Kevin Benavides, zwei der größten Namen auf zwei Rädern, erklären gemeinsam ihren Rücktritt – jeder aus sehr unterschiedlichen, aber gleichermaßen bedeutsamen Gründen.

Pablo Quintanilla – Die chilenische Konstante verabschiedet sich

Krisenmoment: Bei der Dakar 2025 stürzte Pablo während Etappe 8 schwer, verlor das Bewusstsein, erlitt Prellungen und eine Schulterverletzung – genug Gründe, sich zum Rücktritt zu entschließen.
Bilanz: Zwei FIM‑Weltmeistertitel (2016, 2017); drei Dakar‑Podien (P2 2020 & 2022); über 15 Jahre im Profisport, zuletzt Schlüsselmann im Honda‑Werksteam.
Zitat zum Abschied:
„Today was a very important day for me. I have announced my retirement… I had the opportunity to win two world championships and stand on the Dakar podium three times… The last few years … were a pleasure as part of the Monster Energy Honda HRC team.“
Fazit: Quintanilla beendet seine Motorradkarriere mit Würde – jung genug, um evtl. später im Auto Fuß zu fassen.

Kevin Benavides – Der Zweifach‑Champion zieht die Konsequenzen

Rücktrittsgrund: Eine schwere Armverletzung beim Training 2024, begleitet von Nervenschäden, führte dazu, dass Kevin seinen rechten Arm nicht mehr mit voller Kontrolle bewegen konnte. Daraufhin zieht er sich vom Profi‑Motorradsport zurück.
Erfolge: Zweifacher Dakar‑Champion (Honda 2021, KTM 2023); seit 2021 Teil des Red Bull KTM‑Werksprogramms; 2025 nochmal am Start – vorerst sein letztes Rennen.
Zitat zur Entscheidung:
„Today is not an easy day, but it’s definitely a special one… I’ve made one of the hardest decisions of my life: to bring my professional motorcycle racing career to an end.“
Zukunft: Kevin plant, als Fahrer von vierrädrigen Fahrzeugen beim Dakar‑Rally zurückzukehren.

🔍 Bedeutung für Honda, KTM & den Sport

Honda HRC verliert mit Quintanilla nicht nur einen Speed‑Piloten, sondern einen erfahrenen Leader. Die Suche nach Nachfolge (Michael Docherty, Konrad Dąbrowski, Mathieu Dovèze) bleibt aktuell.
Red Bull KTM muss mit Kevin eine weitere Schlüsselkraft ersetzen. Zwar steht mit Luciano Benavides (Bruder) bereits ein Top-Performer im Team, doch Kevin’s Erfahrung fällt schwer ins Gewicht.
Im Gesamtbild des FIM Rally‑GP verlieren wir zwei Fahrer, die zusammen jahrelang die Top 5 dominiert haben. Ihr Rückzug schafft neue Chancen im Feld – Raum für eine neue Fahrergeneration.

📌 Rückblick & Perspektive – Das Rally‑Update

FahrerRücktrittHöhepunkteZukunft
Pablo QuintanillaNach Dakar 20252x FIM‑Titel, 3 Dakar‑PodienMöglicher Umstieg ins Auto
Kevin BenavidesJuni 20252x Dakar‑ChampionWechsel in Auto‑Rallye geplant

🏍️ Wer übernimmt die offenen Plätze bei Honda – und was passiert bei KTM?

Der Rücktritt von Pablo Quintanilla reißt eine Lücke ins Line-up von Honda HRC. Mit Skyler Howes und Tosha Schareina sind zwei Plätze besetzt – doch mit dem Wechsel von José Ignacio Cornejo zu Hero Motosports und Quintanillas Abschied ist Platz für frischen Wind.

Michael Docherty: explosiv schnell, Rally2-Etappensieger, technisch stark. Ein Werksvertrag bei Honda wäre für ihn ein Aufstieg – und für Honda die Chance, einen Publikumsliebling zu formen.

Konrad Dąbrowski: ein taktisch kluger Fahrer mit Konstanz. Für Honda ein Aufbaufahrer mit Perspektive.

Mathieu Dovèze: brillierte bei der Dakar 2024. Für Honda ein Außenseiter mit Potenzial.
Mason Klein: aktuell bei Kove. Ein Wechsel zu Honda wäre frühestens 2026/27 realistisch.

KTM steht finanziell unter Druck – hochbezahlte Verträge laufen aus. Das verschiebt den Fahrermarkt und öffnet Möglichkeiten für Honda, sich als stabile Plattform für junge Talente zu positionieren.

🚗 Und wie geht’s weiter mit Quintanilla & Benavides?

Beide Fahrer haben offen gelassen, ob ihre Motorsportkarriere wirklich zu Ende ist – auf zwei Rädern vielleicht, aber nicht insgesamt.
Kevin Benavides plant, künftig in der Auto-Kategorie bei der Dakar zu starten.
Auch Pablo Quintanilla könnte ins Cockpit wechseln – etwa in einem SSV oder Rallye-Raid-Fahrzeug.


Fazit: Wir könnten ein Revival erleben – nicht auf dem Motorrad, sondern mit Vierradantrieb. Und wenn jemand weiß, wie man durch die Wüste kommt, dann diese beiden.

Published inNews

🧵 MIRA Active Wear – Maßgeschneiderte Leidenschaft aus Südafrika

Es gibt Marken – und es gibt Herzensprojekte. MIRA Active Wear gehört definitiv zur zweiten Kategorie. Was mit einem einzigen maßgeschneiderten Trikot bei der Amageza Rallye 2014 begann, ist heute eine kleine, feine Manufaktur für Rallye-Bekleidung mit Seele. Dahinter stehen: Gerrit und Marique Du Toit, ein Ehepaar aus Südafrika, das die Leidenschaft für Offroad und die Liebe zur Individualität in ein ganz besonderes Projekt gegossen hat.

Der Name MIRA steht für „Motorsport International Riding Apparel“ – aber auch für viel mehr: Mira ist der Name ihrer Tochter, die mit Trisomie 21 geboren wurde. Ihr Lebensmut, ihre Einzigartigkeit und ihre Stärke spiegeln sich in jedem einzelnen Kleidungsstück wider, das MIRA heute fertigt.

Von der Wüste in die Welt – die Geschichte

2014, Amageza Rally. Gerrit nimmt teil. Seine Frau Marique, Modedesignerin mit feinem Gespür für Schnitte und Konstruktion, näht ihm ein individuelles Trikot – bedruckt mit Selfies von Unterstützern und Freunden. Die Community ist begeistert. Was als Symbol der Verbundenheit begann, wird zum Startschuss für etwas Größeres.

Bereits 2018 schaffen es die ersten MIRA Rallye-Jacken auf die ganz große Bühne: die Dakar Rallye. Donovan van den Langenberg und Willem du Toit tragen MIRA auf den härtesten Pisten der Welt.

Heute zählen über weit über 150 Fahrerausstattungen weltweit zu den Referenzen von MIRA – maßgeschneidert für Hobbyfahrer und Profiteams. Und jedes einzelne erzählt eine Geschichte.

Was MIRA auszeichnet – die Produkte

MIRA fertigt keine Kleidung – sie bauen Ausrüstung für Persönlichkeiten. Alles beginnt mit deinen Maßen und deinem Design. Ob Rallye-Jacke, Hose, MX-Trikot oder Regenschutz – bei MIRA bestimmst du, wie du dich im Race präsentieren willst. Darüber hinaus gibt es passende Lösungen für den Adventure Biker, Kälteschutz für wirklich Rauhe Umgebungen oder die Perfekte Teambekleidung.

Highlights im Überblick:

100 % Maßanfertigung: auf Körper, Ethos und Stil

Material: robuster 12600D Polyester (reißfest, abriebfest)

Atmungsaktive Airtech-Futterstoffe mit schnellem Feuchtigkeitsabtransport

Belüftungsöffnungen, Taschen, Trinksystem-Zugänge, Protektoren auf Wunsch, reflektierende Elemente – alles optional

Hochwertige Sublimationsdrucke mit individueller Grafik

Sponsor-Logoplatzierung nach Wunsch

Jeder Anzug kommt im eigenen Packbeutel – leicht und reisefertig

MIRA produziert für Einzelpersonen und Teams – weltweit. Von Südafrika bis Europa. Vom Trainingseinsatz bis zur Dakar.

Meine Geschichte – und unser gemeinsames Projekt

Ich selbst war auf der Suche nach einem Rallye-Anzug, der mehr ist als nur Bekleidung. Ich wollte etwas, das zu mir passt. Zu meiner Geschichte. Zu meinem Projekt. Und dann stieß ich auf MIRA.

Für mich wurde ein Traum wahr: Mein erster maßgeschneiderter Rallye-Anzug, individuell bedruckt nach meinem Design, entstand in Südafrika. Aber was ich fand, war mehr als nur Ausrüstung – es entstand eine besondere Freundschaft daraus. Die Werte, der Spirit, die Liebe zum Detail – bei MIRA fühlte ich mich sofort verstanden.

Deshalb haben wir bei Roadbook2Rally zusammen mit Gerrit und Marique etwas ganz Besonderes auf die Beine gestellt:

🎉 Aktion: 15 % Rabatt auf alle MIRA Rally Jacken – exklusiv bei Roadbook2Rally!

Ob Rallye-Jacke, Trikot oder Hose – sichere dir jetzt deine Maßanfertigung!

🛠️ Individuell gefertigt.

🌍 Weltweit versandt.

📬 Bei Interesse: info@road2rally.de

MIRA ist mehr als Bekleidung. Es ist eine Haltung.

Für Menschen, die wissen, dass Abenteuer nicht von der Stange kommen.

👉 Folge MIRA auf Instagram: @miraactivewear

👉 Oder besuche ihre Website: www.miraactivewear.co.za

Published inAllgemein